Ruanda 20 Jahre nach dem Genozid Zeitschrift VEREINTE NATIONEN aktuell

VEREINTE NATIONEN Heft 2/2014

Zu wenige Lehren aus Ruanda 1994

20 Jahre liegt der Völkermord an den Tutsi in Ruanda zurück. Für die Vereinten Nationen und einige ihrer Mitgliedstaaten wurde die Unfähigkeit oder der Unwillen, diesen Völkermord als solchen anzuerkennen und aufzuhalten, zu einem Trauma, das bis heute nachwirkt. Die Gründe für das Versagen sind vielfältig, doch als Entschuldigung dienen sie nicht. Diese Meinung vertreten alle Autorinnen und Autoren im aktuellen Themenheft 2/2014 von VEREINTE NATIONEN: Lehren aus Ruanda 1994.

Wie es zu dem Völkermord kam und welchen Anteil die Vereinten Nationen – Sicherheitsrat, UN-Mission und Sekretariat – an der Katastrophe hatten, bewertet Generalmajor a.D. Manfred Eisele. Weitere Beiträge behandeln die gerichtliche Aufarbeitung des Völkermords durch das UN-Tribunal für Ruanda, den unterschiedlichen Umgang mit der Vergangenheit in Burundi und Ruanda und Deutschlands Handeln und Haltung vor, während und nach dem Genozid. Die Standpunkte kommentieren zum einen den neuen Plan zur Verhütung von Massenverbrechen des UN-Sekretariats (Gerrit Kurtz) und zum anderen das zu geringe deutsche Engagement in UN-Friedensmissionen (Ekkehard Griep).

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