Neuerscheinungen

VEREINTE NATIONEN, Heft 1/2009 erschienen

»Hat Europa geschlafen?«, fragt Wolfgang Schomburg, ehemaliger Richter der Berufungskammern der beiden UN-Ad-hoc-Tribunale in seinem Beitrag ›Wahrheitsfindung im internationalen Gerichtssaal‹. Warum? Weil sich in beiden Gerichtshöfen überwiegend das anglo-amerikanische Rechtssystem des ›common law‹ durchgesetzt hat und nicht das kontinentaleuropäische Zivilrechtssystem, in dem die Richter das Verfahren kontrollieren. Schomburgs Erfahrungen aus mehr als sieben Jahren Arbeit als Richter lassen ihn zu dem Schluss kommen, dass die Tribunale ihrem Mandat, der Wahrheit so nah wie möglich zu kommen, durch systemimmanente Hindernisse nicht gerecht werden. Im Übrigen sollte die internationale Gemeinschaft nicht erst handeln, wenn die Verbrechen geschehen sind, sondern ernsthaft versuchen, sie zu verhindern. Eine UN-Interventionseinheit und ein Ständiger Strafgerichtshof, der als ein genuines UN-Organ wirklich alle Menschen in allen Ländern zur Verantwortung ziehen kann, wären hier wünschenswert, so der Autor.

zum Heft 1/2009