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Vektorübertragene Krankheiten sind kein reines Entwicklungsländer-Problem

Kinder sind durch vektorübertragene Krankheiten besonders gefährdet. (Bild: Poster der WHO zum Weltgesundheitstag 2014)

In diesem Jahr stehen vektorübertragene Krankheiten im Mittelpunkt. Dahinter verbirgt sich die Problematik der Krankheitsübertragung von einer Person auf eine andere durch lebende Organismen wie Mücken, Fliegen oder Zecken. Allgemein bekannt ist die durch die Anopheles-Mücke übertragene Malaria-Erkrankung in tropischen Gebieten, die in einigen Entwicklungsländern verheerende Auswirkungen entfaltet hat. Weltweit sind 2012 nach Schätzungen der WHO zwischen 473.000 und 789.000 Menschen daran gestorben.

Auch für Industrieländer wie Deutschland sind Krankheitsübertragungen durch lebende Organismen eine echte Herausforderung. „Vektorübertragene Krankheiten sind bei weitem kein reines Entwicklungsländer-Problem“, so DGVN-Vorstandsmitglied Matthias Böhning. Der Entwicklungsökonom, der sich im Bundesvorstand der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) um entwicklungspolitische Fragen mit UN-Bezug kümmert, weist auf die große Bedeutung des diesjährigen Schwerpunktthemas für Deutschland hin.


Gefahren, wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), werden in Deutschland häufig unterschätzt. Erst im Januar hatte das Robert-Koch-Institut Alarm geschlagen, nachdem die Zahl der Hirn-Erkrankungen nach Zeckenbissen im Jahr 2013 überdurchschnittlich angestiegen war. „Vektorübertragene Krankheiten können jeden treffen – ob in Entwicklungs- oder Industrieländern“, so Böhning. „Es ist richtig und wichtig, dass die WHO die Problematik in diesem Jahr neu ins öffentliche Bewusstsein bringt.“  


Die WHO erfüllt als Teil der „stillen UNO“ wichtige Funktionen, die oftmals kaum öffentliche Beachtung finden und dennoch unmittelbar zur Verbesserung der Lebensumstände von Millionen Menschen weltweit beitragen. In den über 60 Jahren ihres Bestehens hat die WHO in erheblichem Maße zur weltweiten Verbesserung der Gesundheit beigetragen. Die mit Abstand größten Erfolge erzielte sie bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten.


Die DGVN informiert die deutsche Öffentlichkeit in konstruktiv-kritischer Weise über die Ziele, die Institutionen und die Aktivitäten der Vereinten Nationen. Sie betreibt unter www.dgvn.de das wichtigste deutschsprachige Informationsportal zu den Aktivitäten der Vereinten Nationen im Bereich Entwicklungspolitik, Klimawandel, Friedenssicherung und Menschenrechte.

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag "Kleine Stiche mit schlimmen Folgen" auf www.menschliche-entwicklung-staerken.de 

 

 

 

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