Internationale Debatte

UNDP: Mehr Demokratie für mehr nachhaltige Entwicklung

"Es ist im Interesse aller, dass diese Ziele erreicht werden", schreibt Helen Clark im Vorwort des Berichts "Beyond the Midpoint – achieving the Millennium Development Goals" des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, der im Mai 2010 veröffentlicht wurde. Die UNDP-Leiterin verweist im Vorwort des Berichts auf die Erfolge auf dem Weg zur Erreichung der Ziele. So besuchten 2007 88 Prozent der Kinder in Entwicklungsländern die Schule, im Jahre 2000 waren es erst 83 Prozent gewesen. Bei der Analyse der Gründe für Erfolge und Misserfolge bei der Umsetzung der Ziele sind in den einzelnen Ländern nach Einschätzung von Helen Clark besonders wichtig: politische Entscheidungen und eine Kohärenz der Politik, Qualität des Handelns von Regierung und Verwaltung, finanzielle Engpässe sowie politischer Wille.
Die letzten Jahre haben, so Helen Clark, gezeigt, dass Erfolge auf dem Gebiet der menschlichen Entwicklung gefährdet werden durch wirtschaftlichen Niedergang, Veränderungen der Rohstoffpreise, Konflikte und Naturkatastrophen. Deshalb ist eine nachhaltige Entwicklung wichtig, die es ermöglicht, auch mit solchen Schocks fertig zu werden.
Das UN-Entwicklungsprogramm kommt in seiner Analyse zu dem Ergebnis, dass es trotz mancher Erfolge unwahrscheinlich ist, dass bis 2015 alle Ziele erreicht werden, es sei denn, es werden sehr rasch zusätzliche große Anstrengungen unternommen. Sonst ist zu befürchten, dass viele Entwicklungsländer jeweils eine ganze Reihe von Zielen nicht erreichen werden. In vielen Ländern gibt es vor allem bei der Verminderung der Müttersterblichkeit und beim Ausbau der sanitären Versorgung große Defizite.
Aus mehr als 30 Länderanalysen hat UNDP erkannt, wie wichtig Demokratie, Partizipation und Dialog sind, um der Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele näher zu kommen. Bei Programmen zur Verwirklichung der Ziele komme es darauf an, die Menschenrechte und grundlegenden Freiheiten der betroffenen Menschen zu achten und sie aktiv in Entscheidungsprozesse und die Schritte zur Verwirklichung der Programme einzubeziehen. UNDP ist außerdem zur Erkenntnis gekommen, dass Länder mit geringer oder zumindest abnehmender Einkommensungleichheit ein höheres Wirtschaftswachstum und größere Erfolge bei der Armutsbekämpfung erzielen als Länder mit krassen sozialen Unterschieden.
Nationale Anstrengungen in Entwicklungsländern bedürfen weiterhin internationaler Unterstützung, und deshalb ist es unverzichtbar, mehr Entwicklungsgelder bereitzustellen und diese effizienter einzusetzen. Auch in Krisenzeiten dürfe die Unterstützung von Programmen, die der Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele dienen, nicht vermindert werden. Sonst seien auch bisher erreichte Erfolge gefährdet.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier. (Frank Kürschner-Pelkmann)

Das könnte Sie auch interessieren

  • UNDP: Mehr Demokratie für mehr nachhaltige Entwicklung

    „Es ist im Interesse aller, das diese Ziele erreicht werden“, schreibt Helen Clark im Vorwort des Berichts „Beyond the Midpoint – achieving the Millennium Development Goals“ des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, der im Mai 2010 veröffentlicht wurde. Die UNDP-Leiterin verweist im Vorwort des Berichts auf die Erfolge auf dem Weg zur Erreichung der Ziele. So besuchten 2007 88% der Kinder in… mehr

  • UNDP: Mehr Demokratie für mehr nachhaltige Entwicklung

    „Es ist im Interesse aller, das diese Ziele erreicht werden“, schreibt Helen Clark im Vorwort des Berichts „Beyond the Midpoint – achieving the Millennium Development Goals“ des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, der im Mai 2010 veröffentlicht wurde. Die UNDP-Leiterin verweist im Vorwort des Berichts auf die Erfolge auf dem Weg zur Erreichung der Ziele. So besuchten 2007 88% der Kinder in… mehr

  • Wirtschaftlichen Fortschritt messen

    Bleibt man auf wirtschaftliches Wachstum fixiert und ignoriert dabei den raschen, weitgehend irreversiblen Trend des Verbrauchs natürlicher Ressourcen, werden zukünftige Generationen darunter zu leiden haben. Gebräuchliche Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) oder der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) reichen nicht aus, um gesellschaftlichen Fortschritt abzubilden. Vor diesem… mehr