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UNDP-Bericht räumt mit Vorurteilen über Migration auf



Berlin/Bangkok. Die Vereinten Nationen haben zu einer gezielten Migrationspolitik und zu Maßnahmen gegen die Diskriminierung von Zuwanderern aufgerufen. Vielerorts profitieren  Aufnahmeländer von innovativen Ideen, kultureller Vielfalt und wachsender Produktivität der Migranten. Deshalb sollten Regierungen in aller Welt Menschen, die fern ihrer Heimat Arbeit suchen, unterstützen, heißt es im Bericht über die menschliche Entwicklung 2009“  des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP).

Der Bericht wurde am 5. Oktober in Berlin von Flavia Pansieri (Koordinatorin des UN-Freiwilligenprogramms), Rita Süssmuth sowie Beate Wagner (DGVN-Generalsekretärin) und in Bangkok vorgestellt. Mit dem diesjährigen Schwerpunkt zum Thema  Migration fordert der Bericht die Aufnahmeländer dazu auf, Maßnahmen gegen die Diskriminierung von Migranten zu ergreifen. Es gibt keine Belege für die Annahme, dass Migration im Allgemeinen negative Auswirkungen auf die Zielländer hat. Ohne sie werden die globalen Krisen der Zukunft nicht zu lösen sein, so der Bericht. "In den Köpfen hält sich die Idee, dass alle nach Europa kommen. Das stimmt nicht", sagte Süssmuth.

Ein einheitliches Profil von Migranten gibt es nach dem Report nicht. Ihre Wanderungsbewegungen werden stark durch Barrieren eingeschränkt, insbesondere durch politische Handlungsstrategien in den Heimatländern und den Zielgebieten, während der Nutzen und die Kosten von Migration sehr ungleich verteilt sind. Europa würde von einer Reform der Migrationspolitik und der Öffnung legaler Kanäle profitieren und könnte das Problem einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung anpacken, glauben die Autoren des Berichts. Die UN verlangt deshalb u.a. einen "New Deal": mehr Möglichkeiten zur legalen Arbeitsmigration sowie den Schutz der Grundrechte von Auswanderern.

Die statistische Basis für den Bericht bildet der seit 1990 jährlich herausgegebene sogenannte Index für menschliche Entwicklung (HDI). Die UN vergleicht hierzu die Entwicklungsstandards in ihren Mitgliedsländern und Daten zu Einkommen, Bildung und Lebenserwartung. Für den Index 2009 wurden die Daten aus dem Jahr 2007 herangezogen. Norwegen liegt laut der Studie weltweit an der Spitze und Deutschland rangiert unverändert auf Platz 22 der 182 untersuchten Staaten.  (Arnika Pradt, uk)