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UN-Sicherheitsrat autorisiert 3.500 weitere Blauhelme für Haiti

UN-Blauhelmsoldaten in Haiti verteilen Nahrungsmittel an die Bewohner

UN-Blauhelme leisten Humanitäre Hilfe

New York, 19. Januar 2010, UN News Service

Der UN-Sicherheitsrat hat heute auf Antrag von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon beschlossen, die Stabilisierungsmission in Haiti (MINUSTAH) zu verstärken, um die unverzügliche Bergung sowie die Wiederaufbau- und Stabilisierungsbemühungen in Folge des verheerenden Erdbebens der vergangenen Woche zu unterstützen.

Nach seinem Besuch in der Hauptstadt Port-au-Prince am vergangenen Sonntag beantragte Ban weitere 1.500 Polizisten und 2.000 Soldaten zur Stärkung von MINUSTAH und zur Aufstockung der bisher vor Ort eingesetzten 9.000 uniformierten Kräften.

Der Sicherheitsrat verabschiedete einstimmig die Resolution 1908 mit dem Beschluss, dass MINUSTAH aus einer militärischen Komponente von 8.940 Soldaten aller Rangstufen und aus bis zu 3.711 Polizisten bestehen solle. Er beschloss ferner, dass er die Truppenstärke notwendigenfalls überprüfen werde.

Der 15 Mitglieder umfassende Sicherheitsrat fasste diesen Beschluss aufgrund „der schrecklichen Umstände und des dringenden Bedarfs einer Antwort“ auf das Erdbeben von einer Stärke 7,0 auf der Richterskala. Die Naturkatastrophe hatte Haiti am 12. Januar 2010 heimgesucht und das Überleben eines Drittels der 9 Millionen Einwohner von humanitärer Soforthilfe abhängig gemacht.

Promptes Handeln

Gegenüber Journalisten äußerte Ban nach der Sitzung seinen aufrichtigen Dank gegenüber dem Sicherheitsrat für dessen promptes Handeln: „Mit der Bewilligung meines Vorschlags versendet der Rat ein klares Zeichen – die Welt steht hinter Haiti.“ Er betonte die Notwendigkeit, dass die zusätzlichen Kräfte so schnell wie möglich bereitgestellt werden. Schon am Vortag konnte der Untergeneralsekretär für Friedenssicherungseinsätze, Alain Le Roy, berichten, dass die Dominikanische Republik die Entsendung von 800 Soldaten zugesichert hat, und dass weitere Angebote in Kürze erwartet werden. Die zusätzlichen Truppen werden benötigt, so Le Roy, um Hilfskonvois Geleitschutz zu gewähren, um humanitäre Korridore für die Nothilfe abzusichern und um zusätzliche Reservetruppen aufzustellen - für den Fall, dass sich die Sicherheitslage verschlechtern sollte.

Das Erdbeben hat zugleich zu den größten Verlusten in der Geschichte der UN  geführt. Das Christopher-Hotel, in dem sich das UN-Hauptquartier für Haiti befand, stürzte ein, weitere UN-Gebäude wurden schwer beschädigt. Hunderte  UN-Mitarbeiter werden zurzeit noch vermisst, viele haben die Katastrophe nicht überlebt. Zu den Opfern zählen auch der Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für Haiti und Leiter der MINUSTAH, Hédi Annabi, sowie sein Stellvertreter Luiz Carlos da Costa und der amtierende Polizeichef der Mission, Doug Coates (von der Royal Canadian Mounted Police).

Bereits in der vergangenen Woche entsendete UN-Generalsekretär Ban Ki-moon Edmond Mulet, den ehemaligen Sonderbeauftragten für Haiti und derzeitigen Beigeordneten Generalsekretär für Friedenssicherungseinsätze, nach Haiti, um das volle Kommando von MINUSTAH in der Folge der Katastrophe zu übernehmen.

Am 17. Februar hat der Sicherheitsrat einen aktuellen Bericht zum Erdbeben in Haiti erstellt.

Aktuelle Nachrichten zur Situation in Haiti finden Sie auf der Seite des UN News Center.

Auf der Webseite der Dag Hammarskjöld Bibliothek finden Sie UN-Hintergrund-Informationen zu Haiti.

Aufgrund der aktuellen Situation in Haiti gibt es einen Themenschwerpunkt, wo Sie weitere Informationen zur humanitären Hilfe der UN finden.

Aktuelle Informationen zu MINUSTHA.

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