UN-Aktuell

UN-Jugenddelegierte begehen Internationalen Tag der Jugend

"Die Welt, die ich mir wünsche, beinhaltet Toleranz"

"Die Welt, die ich mir wünsche, beinhaltet Toleranz"

Seit einem Beschluss der UN-Generalversammlung aus dem Jahr 1999 wird jährlich am 12. August der Internationale Tag der Jugend gefeiert. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Jugend und psychische Gesundheit“.

Dieser Tag soll seither daran erinnern, wie wichtig es ist, auch junge Menschen in politische Willensbildungsprozesse einzubeziehen. Die deutschen UN-Jugenddelegierten Celina Greppler und Ozan Solmus betonen die Relevanz dieses Tages, um den Blick auf die Hälfte der Weltbevölkerung, die unter 25 Jahre alt ist, zu werfen. Die Jugend ist eine sensible Transitphase zwischen Kindheit und Erwachs-enenalter. Junge Menschen übernehmen Verantwortung und werden mit neuen gesellschaftlichen Pflichten konfrontiert. Auf der anderen Seite werden ihnen aber keine neuen Rechte zuerkannt: Beispielsweise können Jugendliche mit 14 Jahren in Deutschland strafrechtlich belangt werden, sie sind aber bis 16 vom lokalen und bis 18 vom regionalen, nationalen und europäischen Wahlrecht ausgeschlossen. "Partizipation schafft Akzeptanz! Dieser Grundsatz gilt auch für die politische Teilhabe von unseren Mitmenschen. Wenn wir wollen, dass jüngere Menschen Verantwortung übernehmen, müssen wir uns auch trauen, sie ihnen zu übergeben!", so Celina Greppler.

Weiterhin betont Ozan Solmus: "Soziale Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn Teilhabe keine Altersfrage mehr ist !" In der Debatte um Nachhaltigkeit wird oft die ökologische Dimension diskutiert, während die soziale außer Acht gelassen wird. Jugendpartizipation ist vor diesem Hintergrund weder eine Entscheidungsfrage, noch Ausdruck von Großzügigkeit: Sie ist so notwendig wie auch selbstverständlich, wenn unser Ziel eine für die Zukunft gewappnete Gesellschaft ist."

Mit der Etablierung des Internationalen Tages der Jugend wollen die Vereinten Nationen genau dafür ein Zeichen setzen: Jugendpartizipation ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit! 

Zur stärkeren Jugendpartizipation innerhalb des Post-2015 Prozesses hatte die DGVN in Kooperation mit dem WFUNA Jugendnetzwerk vergangene Woche aufgerufen. Daraus ist ein kleiner Film entstanden, in dem Jugendliche aus der ganzen Welt ihre persönlich wichtigste Option aus der "My World" Umfrage genannt haben:

"Jugend und psychische Gesundheit"

In diesem Jahr ist der Tag dem Thema "Jugend und psychische Gesundheit" gewidmet. Mit dem Slogan "Psychische Gesundheit ist von Bedeutung!" soll auf die Relevanz des offenen und vorurteilsfreien Umgangs von Jugendlichen mit psychischen Problemen aller Art aufmerksam gemacht werden. In der Öffentlichkeit und damit auch unter Jugendlichen selber wird dieses Thema zu oft verschwiegen und ein offener Umgang nicht ermöglicht. Dabei führen die mangelnde Akzeptanz und der stereotype Umgang von Betroffenen häufig zu weiterer Stigmatisierung und Ausgrenzung in der Gesellschaft.

Die UN-Jugenddelegierten Celina Greppler und Ozan Solmus betonen gemeinsam mit der UN-Hauptabteilung für Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten (DESA) das Recht eines jeden jungen Menschen, ein erfülltes Leben führen zu können. "Natürlich hat jeder und jede unterschiedliche Bedürfnisse. Dabei ist es jedoch wichtig mein Gegenüber nicht als Benefiziat, sondern als Rechtsträger und Rechtsträgerin unserer Gesellschaft wahrzunehmen.", betont Celina Greppler.

"Eine offene Diskussion in der Gesellschaft über psychische Probleme zu führen, ist unheimlich wichtig und sollte schon längst zur Normalität geworden sein", findet auch Ozan Solmus. Besonders ein breit aufgestellter und niederschwelliger Zugang zu psychologischer Betreuung und Hilfe ist notwendig.  Zurzeit verhindern große Scham, Unkenntnis oder Ignoranz der Betroffenen und Angehörigen das Aufsuchen eines Arztes. Laut der Stiftung für psychische Gesundheit von Kindern leiden ca. 20% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter seelischen Erkrankungen.

"Als UN-Jugenddelegierte setzen wir uns dafür ein, dass keinem Menschen der Zugang zu seinen oder ihren Rechten verwehrt bleibt. Im Sinne intergenerationeller Gerechtigkeit setzen wir uns auf europäischer und globaler Ebene für eine Jugendrechtecharta ein, die garantiert, dass jede und jeder dieser demografischen Gruppe Zugehörige seine und ihre vollen Potenziale entfalten kann. Für nachhaltige gesellschaftliche Veränderungen müssen wir unsere Unterschiede, sei es Alter, soziale Prägung, Geschlecht oder Bildungsart schätzen und als kreatives Potenzial nutzen lernen."

 

Nachricht des UN-Generalsekretärs zum Internationalen Jugendtag