UN-Aktuell Syrien

UN-Hilfeaufruf für Syrien und die Nachbarstaaten

Außenminister Frank-Walter Steinmeier

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (©DGVN/Biedermann)

Am 18. Dezember stellte im Auswärtigen Amt die Nothilfe-Koordinatorin der Vereinten Nationen und Leiterin von UN-OCHA, Valerie Amos, Flüchtlings-Hochkommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) António Guterres und die stellvertretende Leiterin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), Gina Casar, ihre gemeinsamen Hilfspläne für die Flüchtlinge in Syrien und den Nachbarländern vor. Gastgeber dieser Konferenz sind Außenminister Steinmeier und Entwicklungsminister Gerd Müller, die bereits im Oktober Geber, betroffene Staaten und Hilfsorganisationen zu einer Syrien-Flüchtlingskonferenz eingeladen hatten.

 In seiner Eröffnungsrede betone Außenminister Frank-Walter Steinmeier die dringende Notwendigkeit der Hilfe für die Menschen in Syrien und für die Flüchtlinge in der Region. Die vorgestellten UN-Hilfspläne (Strategic Response Plan for Syria und der Regional Refugee and Resilience Plan- 3RP) seien inklusiv und nachhaltig, weil sie humanitäre Hilfe und langfristige Entwicklungszusammenarbeit miteinander verbinden. Die humanitäre Krise in Syrien und in den Nachbarländern sei eine Gefahr für die Stabilität der gesamten Region, so Steinmeier.
Entwicklungsminister Gerd Müller
stellte klar, es sei die humanitäre Pflicht der Weltgemeinschaft, menschenswürdige Umstände für über 11 Millionen Vertriebene zu schaffen. Es sei inakzeptabel, dass das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) seine Hilfe einstellen musste, weil finanzielle Ressourcen fehlten. Kein Kind, keine Frau und kein Mann dürfe in diesem Winter aufgrund mangelnder Hilfsleistungen erfrieren oder verhungern, so Müller. Die bereits geleistete humanitäre Hilfe müsse über die Versorgung in den einzelnen Flüchtlingslagern hinausreichen. Es müssen Infrastruktur sowie Wirtschaftshilfen, Ausbildungsprogramme, Gesundheitsstrukturen und Entwicklungskonzepte geschaffen werden.
Valerie Amos, UN-Nothilfe-Koordinatorin
, hob in ihrer Rede hervor, dass im vierten Jahr der Syrien-Krise über 12 Millionen Menschen in Syrien humanitäre Hilfe benötigen. Millionen von Menschen lebten ohne sauberes Trinkwasser und Elektrizität. Millionen Syrer sind auf der Flucht, Kinder seien schwer traumatisiert, Frauen und Mädchen würden vergewaltigt. Gewalt, Brutalität, Tod und Zerstörung seien nun ein Teil des täglichen Lebens der Menschen in Syrien, so Amos. Es fehlten 2.9 Milliarden US-Dollar, um den Menschen Schutz und lebensnotwendige Hilfsgüter bereitzustellen. Trotz aller Herausforderungen und lebensbedrohlicher Umstände für die humanitären Helfer, betont Amos, leisteten die NGOs vor Ort ihr Möglichstes, um Nahrungsmittel, Schulmaterial und Schutzzelte zu liefern.
UN-Flüchtlings-Hochkommissar António Guterres
sprach in seiner Rede über die Folgen der Syrien-Krise für die Nachbarstaaten. Die Syrien-Krise sei die größte humanitäre Krise der Gegenwart und sie stelle eine Bedrohung für die Stabilität und Sicherheit der Region dar. Guterres betonte, dass man nicht nur konkrete Gruppen, sondern alle Staaten der Region unterstützen müsse. Staaten wie der Libanon, Jordanien und die Türkei seien der Schlüssel zur Stabilität und Sicherheit, so Guterres. Die bereits gesammelten 2.8 Milliarden US-Dollar machten nur 45% der Summe aus, die man bräuchte, um den Herausforderungen der Syrien-Krise zu begegnen.
Gina Casar, die stellvertretende Leiterin des UN-Entwicklungsprogramms
, bekräftigte, dass die Vereinten Nationen, betroffene Staaten sowie die Geberländer nach vielen Jahren zur Übereinstimmung gekommen seien, dass man alle Fähigkeiten, Wissen und Ressourcen in einem System vereinigen muss, die sich mit den Aspekten der Syrien-Krise im Bereich der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit beschäftigen. Der Strategic Response Plan for Syria und der Regional Refugee and Resilience Plan sei ein solches System. Diese UN-Hilfspläne seien darauf ausgerichtet, die Lebensgrundlage der Menschen zu sichern sowie die von der Syrien-Krise schwer betroffenen Länder, Libanon, Ägypten, Irak, Türkei und Jordanien, zu unterstützen.

 

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen hat einen internationalen Aufruf zur Beendigung der Gewalt in Syrien gestartet: Regionale Schutzzonen in Syrien einrichten - als Anfang für ein Ende der unerträglichen Gewalt.

 

Dunja Basic

Der Syria Strategic Response Plan (SRP) 2015 behandelt den akuten humanitären Bedarf in Syrien. Das Ziel des Hilfsplans ist es, 12.2 Millionen Menschen durch überlebenssichernde-, schutz- und weitergehende einkommensfördernde Maßnahmen zu unterstützen. Benötigt werden hierzu insgesamt 2.9 Milliarden US-Dollar. Zusammengebracht werden humanitäre Organisationen, die innerhalb Syriens und von den Nachbarstaaten aus arbeiten.

 http://www.humanitarianresponse.info/operations/syria

 Der Regional Refugee and Resilience Plan umfasst eine strategische Neuausrichtung des Hilfsansatzes für die Region. Er verknüpft humanitäre Nothilfemaßnahmen und die längerfristige angelegte Unterstützung für die Aufnahmegemeinden, die darauf abzielt, deren Strukturen kosteneffektiv zu stärken. Hierzu werden 5.5 Milliarden US-Dollar benötigt.

 http://www.3rpsyriacrisis.org/