Veranstaltungsbericht

Südsudan: Dauerkrise ohne Ausweg?

David Schwake, Heidi Anguria, Dr. Ekkehard Griep, Nicolai von Hoyningen-Huene und Marina Peter

Von links: David Schwake, Heidi Anguria, Dr. Ekkehard Griep, Nicolai von Hoyningen-Huene und Marina Peter ©DGVN/Sense

Am vergangenen Freitag, dem 29. August, hatte die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen zu einer Podiumsdiskussion über die gegenwärtige humanitäre Lage im Südsudan in die Räume des Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin geladen.

Drei Jahre nach Erreichen der Unabhängigkeit befindet sich Südsudan in der schwersten Krise seiner Existenz. Politische Machtkämpfe sind seit Mitte Dezember 2013 eskaliert und haben einen bewaffneten Konflikt entlang ethnischer Linien ausgelöst. Die humanitären Folgen der Auseinandersetzung für die Zivilbevölkerung haben dramatische Ausmaße erreicht. Überfüllte Flüchtlingslager und eine drohende Hungersnot verschärfen die Situation.

Die DGVN beschäftigt sich bereits seit langer Zeit mit dem Sudan/Südsudan. So fand beispielsweise im Jahr 2011 eine Studienreise nach Juba und in den Norden des Sudan unter der Leitung von Dr. Ekkehard Griep statt. In der Blauen Reihe Nr. 110 mit dem Titel "Blickpunkt Sudan" wurden die Ergebnisse dieser Studienreise festgehalten.

Sehen Sie auch die Fotostrecke, die auf der Studienreise entstanden ist.

Hier finden Sie einen Bericht über eine DGVN Diskussionsrunde zum Thema Südsudan aus dem Jahr 2012 mit der ehemaligen Leiterin der UNMISS-Friedensmission, Hilde F. Johnson.

 

 

Nicolai von Hoyningen-Huene
Nicolai von Hoyningen-Huene ©DGVN/Sense

Der stellvertretende DGVN-Vorsitzende Dr. Ekkehard Griep leitete die von ca. 50 Gästen besuchte Diskussion und bat die Referentinnen und Referenten um deren persönliche Einschätzung der gegenwärtigen Lage vor Ort. Nicolai von Hoyningen-Huene, seit Juni 2013 Mitarbeiter der UN-Mission UNMISS im Büro des Deputy Special Representative and Humanitarian Coordinator, berichtete aus den UNMISS-Camps in der Hauptstadt Juba, in denen sehr viele Menschen vor den Kämpfen Schutz gesucht haben.

Heidi Anguria
Heidi Anguria ©DGVN/Sense

Heidi Anguria, die als Krankenschwester für „Ärzte ohne Grenzen“ gearbeitet hat und erst kürzlich aus dem Südsüdan zurückgekehrt ist, berichtete von der medizinischen Versorgung in den Camps und den Schwierigkeiten, die sich für die Helfer aufgrund der sich noch bis Oktober erstreckenden Regenzeit ergeben.

David Schwake
David Schwake ©DGVN/Sense

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, David Schwake, verschaffte den Gästen einen Einblick in die humanitäre und sicherheitspolitische Kooperation mit der Regierung Südsudans. Hierbei hob er die Bedeutung der sogenannten Troika, bestehend aus den USA, Norwegen und Großbritannien für die weiteren Friedensverhandlungen hervor.

Marina Peter
Marina Peter ©DGVN/Sense

Marina Peter, Gründerin des Südsudan Forum e.V. sprach über die Auswirkungen des Konflikts auf Jugendliche und Kinder und kritisierte die Haltung der internationalen Gemeinschaft vor Beginn der Krise. Die Zeichen wären sichtbar gewesen.