Veranstaltungsbericht

Steiniger Weg zu UN-Reformen

Bundesweite UN-Fachkonferenz zum 60. Jubiläum der Vereinten Nationen in Dresden eröffnet

Steiner Dresden, 28.10.05. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Vereinten Nationen wurde am Donnerstag in den Räumen der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek, Dresden (SLUB) die Fachkonferenz „Wir, die Völker (...) - Strukturwandel in der Weltorganisation“ eröffnet. In seinem Festvortrag bilanzierte Botschafter Michael Steiner, ständiger Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen in Genf "60 Jahre UNO und drei Jahrzehnte deutsche Mitgliedschaft“ in den Vereinten Nationen. Mit Blick auf Reform des Sicherheitsrats mahnte Steiner an, die europäische Dimension deutscher Außenpolitik ernst zu nehmen. Für die nächste Festveranstaltung hatte er schon einen Titel: „75 Jahre UNO: 15 Jahre EU in den Vereinten Nationen“. Prof. Dr. Thomas Bruha, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) und Völkerrechtler an der Universität Hamburg, skizzierte in seiner Ansprache die gegenwärtig zu beobachtende Erosion des Gewaltverbots der Vereinten Nationen und betonte, dass ein Ausweg aus der momentanen Lage Kompromisse mit der einzig verbliebenen Weltmacht USA erfordert, wesentliche Bestimmungen der Charta aber nicht zu Disposition stehen dürfen.

Podium Die Initiatorin der Veranstaltung Prof. Dr. Dr. Sabine von Schorlemer – Inhaberin des Lehrstuhls für Völkerrecht, Recht der Europäischen Union und Internationale Beziehungen in Dresden und Prorektorin des Zentrums für Internationale Studien (ZIS) – überbrachte den über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Grußworte von Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, der von der Weltorganisation zum 60. Geburtstag sagt: „Neben der Friedensordnung braucht die Welt eine Ordnung des Rechts, die wirtschaftlicher Macht Grenzen setzen und den Grundbedürfnissen aller Menschen Geltung verschaffen kann. Die Vereinten Nationen werden auch dafür gebraucht“. Die Veranstaltung wird bis 29. Oktober vor allem die Beziehungen der Vereinten Nationen zu nichtstaatlichen Organisationen bzw. privaten Unternehmen sowie die Perspektiven einer repräsentativen Gestaltung der Weltpolitik erörtern. Außerdem stehen aktuelle Reformfragen zur Debatte. Im Rahmen der Konferenz werden u.a. Hans-Heinrich Wrede, ständiger Vertreter Deutschlands bei der UNESCO in Paris, und Dr. Christoph Zöpel, ehemaliger Staatsminister im Auswärtigen Amt und Vorsitzender der DGVN, referieren. Die Tagung wird vom ZIS der TU Dresden und der DGVN organisiert und von der Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU Dresden unterstützt.

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