UN-Aktuell Menschenrechte aktuell

Nelson Mandela: Partner der Vereinten Nationen

Das Bild zeigt Nelson Mandela hinter einem Rednerpult. Vor ihm stehen Wassergläser und ein Mikrofon. Hinter ihm sitzen Zuschauer, die nur unscharf zu erkennen sind.

Nelson Mandela auf einer Pressekonferenz am 3. Dezember 1991.

Am 5. Dezember 2013 starb „Madiba", Südafrikas „Großvater" und Anti-Apartheidikone Nelson Mandela. Mandela, der am 18. Juli 1918 in Mvezo, einem kleinen Dorf in Südafrika, zur Welt kam, war der erste schwarze Staatspräsident von Südafrika, Friedensnobelpreisträger und der wohl berühmteste politische Häftling seiner Zeit. Neben Martin Luther King, Malcolm X und Mahatma Gandhi gilt er als die Leitfigur im Kampf gegen Rassentrennung, Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit. Die Vereinten Nationen, denen er wie kein anderer jahrzehntelang eng verbunden war, würdigen ihn als „Leuchtfeuer der Hoffnung und der Menschenrechte“. Der Weltverband der Gesellschaften für die Vereinten Nationen (WFUNA) trauert um ihren Ehrenpräsidenten.

Nelson Mandela kämpfte sein Leben lang für die Durchsetzung von Menschenrechten und gegen Armut. Aufgrund seiner Aktivitäten gegen die seinerzeit herrschende Apartheidpolitik musste Mandela 27 Jahre als politischer Gefangener in Haft verbringen. Doch trotz des Unrechts, das ihm während des Apartheid-Regimes widerfuhr, zeigte er einen ungebrochenen Willen, sich friedlich für ein menschenwürdiges Leben einzusetzen und für Versöhnung und Frieden einzutreten. Seine Freilassung markierte die politische Wende in Südafrika. Als erster schwarzer Präsident (1994-1999) führte Mandela sein Land aus der Rassentrennung in die Demokratie.

„Mein teuerstes Ideal ist eine freie und demokratische Gesellschaft, in der alle in Harmonie mit gleichen Chancen leben können. Ich hoffe, lange genug zu leben, um dies zu erreichen. Doch wenn dies notwendig ist, ist dies ein Ideal, für das ich zu sterben bereit bin."

Nelson Mandela

Mandelas Verbundenheit zu den Vereinten Nationen

Mandela verkörperte in einzigartiger Weise die höchsten Werte der Vereinten Nationen. Sein Engagement machte ihn zum Vorbild für Millionen und zu einem der wichtigsten Partner der UN. Die UN-Generalversammlung setzte sich selbst seit ihrer Anfangszeit aktiv gegen das südafrikanische Apartheidregime ein, indem sie Sanktionen gegen das Land anregte oder Konferenzen zu Apartheid organisierte. 1989 wurde auf einer Sondertagung einhellig die „Erklärung über Apartheid und deren zerstörerische Folgen im südlichen Afrika“ angenommen. Zwischen 1976 und 1991 existierte zudem das „UN Centre Against Apartheid“. Mandela sprach zum ersten Mal vor dem Sonderkomitee gegen Apartheid der Vereinten Nationen nach seiner Freilassung am 22. Juni 1990. Als gewählter Staatspräsident hielt er am 3. Oktober 1994 eine Rede vor der UN-Generalversammlung.

2009 erklärten die Vereinten Nationen den 18. Juli, Mandelas Geburtstag, zum Internationalen Mandela-Tag (Resolution A/RES/64/13). Mit diesem Gedenktag, dem einzigen von der UN ausgerufenen Internationalen Tag für eine bestimmte Person, ehren die Vereinten Nationen Mandelas Beitrag zu einer weltweiten Kultur des Friedens und der Freiheit.


Das Bild zeigt Nelson Mandela hinter einem großen Rednerpult mit UN-Emblem im Saal der UN-Generalversammlung. Mandela hebt seinen rechten Arm und hat die Hand zur Fauft geballt. Er lächelt.
Nelson Mandela, damals Vize-Präsident des African National Congress (ANC), bei seiner Rede vor dem Sonderkomitee gegen Apartheid im Saal der UN-Generalversammlung am 22. Juni 1990.

„Mandelas Aufopferung diente nicht nur den Menschen seines eigenen Landes, Südafrika, sondern machte die Welt zu einem besseren Ort für alle Menschen, überall. Er wies den Weg. Er veränderte die Welt."

Ban Ki-Moon

Eine Staatengemeinschaft verliert ihren Mentor

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon sprach anlässlich der Trauerfeier für Nelson Mandela im Stadion von Johannisburg am 10. Dezember 2013: „Südafrika hat einen Helden verloren, die Welt einen geliebten Freund und Mentor“. Mandela sei mehr gewesen als eine der größten Führungspersönlichkeiten unserer Zeit. „Er war einer unserer größten Lehrer, stets bereit alles aufzugeben für Freiheit und Gleichberechtigung, für Demokratie und Gerechtigkeit.“

Seite an Seite hätten die Vereinten Nationen mit Mandela und dem Volk Südafrikas gegen die Apartheid gekämpft. Neben Waffenembargos, Sportboykotten und der diplomatischen Isolierung des Apartheidregimes habe die internationale Gemeinschaft jedes ihr zur Verfügung stehende Instrument, jede Sanktion im Kampfe genutzt. „Der demokratische Wandel war ein Sieg für Südafrika, aber auch ein Triumph für die Ideale
der Vereinten Nationen“, so der UN-Generalsekretär.

 

Elen Isabelle Ambros

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