Internationales Jahr der nachhaltigen Energie

Nachhaltige Energie für das ländliche Brasilien

Foto: Brasilianische Regierung

Vor knapp zehn Jahren, im Jahr 2003, besaßen zwölf Millionen Brasilianer, das sind knapp sieben Prozent der Gesamtbevölkerung des größten südamerikanischen Staates, keinen Zugang zu Elektrizität, zehn Millionen davon in ländlichen Gebieten. Infolgedessen startete das Ministerium für Bergbau und Energie die "Luz Para Todos"-Initiative ("Licht für alle"). Sie hatte zum Ziel, auch diesen Brasilianern durchgängig Strom zur Verfügung zu stellen. Mithilfe dezentralisierter Systeme erneuerbarer Energien und der aktiven Beteiligung der Bürger selbst am Projekt ist es seit 2003 gelungen, elf dieser zwölf Millionen Menschen dauerhaft mit Elektrizität zu versorgen. Dies geschah beispielsweise durch die Installation autarker Solar- und Biogassysteme in ländlichen Haushalten. Die betroffenen Einwohnern haben die Projekte in Selbsthilfe durchgeführt, unterstützt durch Know-How, Material und Geld des Ministeriums und der Regierung.

Energie als Grundlage für Entwicklung und Wohlstand

Die verbleibende Million stromloser Brasilianer lebt tief in den Amazonasgebieten. Mit den bekannten Methoden sollen nun auch sie mit Energie versorgt werden. Die brasilianische Regierung hat erkannt, dass der Zugang zu nachhaltiger Energie essentiell zur Armutsbekämpfung und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beiträgt. Nur mit Energie kann die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sichergestellt oder Schulen betrieben werden. Rurale Elektrifizierung steigert die Lebensqualität der Amazonasbewohner immens und gibt ihnen langfristig eine Perspektive.

Jean Mikhail