Vereinte Nationen & int. Organisationen

Klimaabkommen in Kopenhagen gefährdet

Der Vorsitzende des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC), Rajendra Pachauri, hat am 20. Juli in New York vor einem Scheitern des geplanten Klimaabkommens in Kopenhagen gewarnt. Die wichtigsten Industrienationen hätten die Notwendigkeit einer Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zwar anerkannt, die Schlussfolgerungen der Wissenschaft zur Erreichung dieses Zieles aber „eindeutig ignoriert“. Bei der Konferenz im Dezember müsse es zu einer tragfähigen Vereinbarung kommen, sagte Pachauri. Andernfalls hätten vor allem die Entwicklungsländer unter weit reichenden humanitären und wirtschaftlichen Folgen zu leiden.

Der Inder Pachauri, der seit 2002 dem Weltklimarat IPCC vorsteht, nannte die Zusagen des G8-Gipfels zur Reduktion der Treibhausgase einen „großen Schritt vorwärts". Er fügte hinzu: „Aber was ich als Dichotomie in dieser Position wahrnehme, ist die Tatsache, dass ganz eindeutig das ignoriert wird, was IPCC festgestellt hat.“

Die Wissenslücken zu den Klimaveränderungen würden allmählich verschwinden, nun bestehe die Notwendigkeit für die Weltgemeinschaft zu handeln, sagte Pachauri. „Wir müssen die Wissenschaft und die Politik in Übereinstimmung bringen." Der Ausstoß der Treibhausgase dürfte allenfalls noch bis 2015 steigen und von da an sinken, erläuterte er. „Das bedeutet bis zum Jahr 2020 tiefe Einschnitte bei den Emissionen." Die Emissionen der reichen Industriestaaten müssten bis dahin um 25 bis 40 Prozent sinken, um die schlimmsten Auswirkungen einer Klimaerwärmung zu vermeiden, also eine große Zahl von Dürren, Fluten und Stürmen sowie ein starkes Ansteigen der Meeresspiegel. (FKP)

Foto: UN Photo/Paulo Filgueiras

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