Presseinformationen

Kampf gegen AIDS – Zeit zu handeln

Bonner Fachtagung stellt Erfolg versprechende Strategien vor
Berlin, 18. Januar 2007. Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen veranstaltet in Bonn am 25. Januar 2007 von 10 bis 17 Uhr die Fachtagung „Erfolg versprechende Strategien der HIV/AIDS-Bekämpfung“. Vor dem Hintergrund der mageren Ergebnisse der letzten großen Welt-AIDS-Konferenz in Toronto diskutieren Wissenschaftler, Wirtschaftsvertreter und Repräsentanten internationaler Hilfsorganisationen über mögliche Wege, wie die AIDS-Pandemie in den Griff zu bekommen ist.

39,5 Millionen Menschen sind zurzeit mit dem AIDS-Virus infiziert, allein 4,3 Millionen haben sich im Jahr 2006 neu angestreckt. Nach Angaben des Programms der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von HIV/AIDS(UNAIDS) sind fast drei Millionen Menschen im vergangenen Jahr an den Folgen der Immunschwäche gestorben. Besonders stark gestiegen ist die Zahl der HIV-Infizierten in Osteuropa und Zentralasien, in manchen Gegenden nahm sie um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Der durchschnittliche Zuwachs weltweit liegt bei 11 Prozent. Dennoch sind die traurigsten Rekorde weiterhin auf dem afrikanischen Kontinent zu verzeichnen, wo eine ganze Generation im erwerbsfähigen Alter wegstirbt.

UNAIDS beziffert den Finanzbedarf zur Bekämpfung von HIV/AIDS für 2007 auf 14 Milliarden Dollar. Von dieser Summe sind die Geberländer weit entfernt. Gegenwärtig stehen nur gut sechs Milliarden zur Verfügung. Trotz einiger Fortschritte werden immer noch drei Viertel aller HIV-Patienten in den armen Ländern nicht behandelt. Auf der Welt-AIDS-Konferenz haben Betroffene diesen Missstand immer wieder beklagt. Hoffnung richtet sich nun auf Deutschland, das in diesem Jahr den G8-Vorsitz übernimmt. Gefordert wird, HIV/AIDS ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen und in den betroffenen Ländern innovative Finanzierungsinstrumente, z.B. die Umwandlung von Schuldendienstverpflichtungen zur Förderung von AIDS-Projekten, voranzutreiben.

Zwei von drei Neuinfektionen erfolgen in den Ländern südlich der Sahara. In zunehmendem Maße sind Frauen und Mädchen betroffen. Daher sind spezifische Präventionsmethoden für Frauen und Mädchen dringend nötig. Viel versprechend scheint die Entwicklung u.a. von Mikrobioziden zu sein. Dies sind einfach anwendbare Medikamente, die erstmals Frauen in die Lage versetzen könnten, über die Anwendung selbst zu entscheiden und so von den Männern unabhängiger zu werden. Diese Produkte sind nicht vor 2010 zu erwarten, doch es wird bereits heftig debattiert, ob der Zugang zu AIDS-Medikamenten für alle, insbesondere für die Armen, gesichert werden kann.

Auf der Konferenz werden diese Erfolg versprechenden Ansätze mit einem Fachpublikum diskutiert. Insbesondere erwartet der Veranstalter, dass weniger bekannte Initiativen aus dem Bereich der Wirtschaft, Ministerien und NGOs vorgestellt werden, die eine Perspektive für die zukünftige AIDS-Bekämpfung aufzeigen. Als Experten stehen zur Verfügung: u.a. Dr. Christoph Benn, Globaler Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Malaria und Tuberkulose, Dr. Norbert Otten, DaimlerChrysler.

Weitere Informationen: www.dgvn.de

Die Fachtagung findet statt am 25. Januar 2007 im Gustav-Stresemann Institut, Bonn.
Für Rückfragen: JIGSAW - Entwicklungspolitisches Servicebüro, Dr. Beate Scherrer, Tel. (0228) 9638201