Journalistenreise

Journalistenreise zu UN-geförderten Projekten in Indien

Frauen indigener Bevölkerungsgruppen in einer Pflanzenschule in Andhra Pradesh, Indien, im Jahr 2002 ©IFAD/Radhika Chalasani

Um einen Beitrag zu einem differenzierteren Bild über die weltweiten Aufgaben und Herausforderungen der Vereinten Nationen in der deutschen Medienlandschaft zu leisten, bietet die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) vom 17. bis 23. August 2014 eine Informations- und Recherchereise nach Indien an. Anlass der Reise ist das von den UN ausgerufene Internationale Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft 2014. Die Reise führt nach Maharashtra und Madhya Pradesh. Im Mittelpunkt steht ein zweitägiger Besuch von UN-Projekten in ländlichen Gebieten mit dem International Fund for Agricultural Development (IFAD).

Die Vereinten Nationen wollen mit der Ausrufung des Internationalen Jahres auf den bedeutenden Beitrag aufmerksam machen, den Kleinbauern zur Ernährungssicherung, zur Armutsbekämpfung und damit zur Erreichung der international vereinbarten Entwicklungsziele weltweit leisten.

Insbesondere der von der Weltorganisation mit herausgegebene Weltagrarbericht (IAASTD) macht deutlich, dass das industrielle Modell einer globalisierten Landwirtschaft trotz Überproduktion nicht in der Lage ist, das Grundbedürfnis von Milliarden Menschen nach ausreichender und ausgewogener Ernährung zu decken. Die industrielle Landwirtschaft beutet die verfügbaren natürlichen Ressourcen der Erde aus und erfordert gewaltige Mengen an Pestiziden und Kunstdünger. Als neues Paradigma der Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts formuliert der Weltagrarbericht stattdessen: Kleinbäuerliche Strukturen - vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika. Sie seien die wichtigsten Garanten einer sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Lebensmittelversorgung der wachsenden Weltbevölkerung.

In vielen Entwicklungsländern tragen Subsistenzbauern und kleinbäuerliche Familienbetriebe einen Großteil der wirtschaftlichen Entwicklung im landwirtschaftlichen Bereich, obwohl sie meist selbst in größter Armut leben, kaum Zugang zu Bildung und Gesundheitseinrichtungen haben, hochverschuldet sind und oft als schwächstes Glied am Ende einer langen Ausbeutungskette stehen. Eine Chance, um die Produktion von Nahrungsmitteln zu steigern, liegt darin, das enorme Potenzial der kleinbäuerlichen Landwirtschaft zu erschließen. Zunehmend wird ihre große Bedeutung auch im Bereich des Umweltschutzes und der ökologischen Landwirtschaft, der Erfahrung mit angepasstem Ackerbau, Züchtung und Verwendung robuster Saatsorten etc. anerkannt. Besondere Diskriminierung im Bereich der kleinbäuerlichen Landwirtschaft erleiden Frauen – und stehen damit auch im Fokus des internationalen Jahres. (Siehe auch den Beitrag: Kleinbauern brauchen mehr Förderung und mehr Mitspracherechte. Große Erwartungen an das „Internationale Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft 2014“)

Landwirtschaft in Indien

Das ländliche Indien ist besonders geprägt von kleinbäuerlichen Strukturen. Geplant sind Besuche kleiner Familienbetriebe in Dörfern, wo versucht wird, mit Hilfe landwirtschaftlicher Beratung oder durch Einsatz erneuerbarer Energie bessere Produktions- und Vermarktungsmöglichkeiten für die hergestellten Produkte zu finden. Die Journalisten erhalten neben einem Überblick über die regionale Situation kleinbäuerlicher Betriebe und die Arbeit von UN-Einrichtungen auch einen Einblick in die konkreten Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen betroffener Familien, die für die Journalisten viele konkrete Anknüpfungspunkte für Interviews, Fotos und weitere Recherchen bieten.

Logo für das „Internationale Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft“
Das „Internationale Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft“ eröffnet die Gelegenheit, Initiativen zur Verbesserung der Lebenssituation von mehr als 500 Millionen Bauernfamilien zu ergreifen.

 

 

Zeitraum

Nach Gesprächen mit und Empfehlungen vom Auswärtigen Amt und dem International Fund for Agricultural Development (IFAD) wird die Reise nach Indien vom 17. bis 23. August 2014 geplant. 

Zielgruppe

Teilnehmen können bis zu sechs Journalistinnen und Journalisten. Der Fokus liegt auf etablierten regionalen Printmedien, die in der Regel über keine eigenständige außen- und entwicklungspolitische Berichterstattung verfügen und deshalb – trotz ihrer Reichweite und Bedeutung im Rahmen der politischen Aufklärungsarbeit – im entwicklungs- und außenpolitischen Kontext meist auf Zweit- oder gar Drittverwertungen zurückgreifen müssen.

Reisestipendium und Kosten

Die Kosten der Reise (Flug, Unterbringung/Frühstück sowie Transfer- und weitere programmbezogene Kosten vor Ort) werden von der DGVN aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übernommen. Weitere Kosten des Aufenthalts – z.B. für Mahlzeiten oder sonstige im Zusammenhang mit der Reise entstehende Kosten (Visum, Impfungen, Malariaprophylaxe etc.) – müssen von den jeweiligen Heimatredaktionen oder der/m Reisenden übernommen werden. Da die DGVN nicht als Reiseveranstalter im Sinne der §§ 651a ff BGB anzusehen ist, akzeptieren alle Reisenden gegenüber der DGVN jeglichen Haftungsausschluss.

Bewerbung und Bewerbungsfrist

Sollten Sie als verantwortliche/r Leiter/in oder Redakteur/in eines regional etablierten Mediums Interesse an der Teilnahme haben, freuen wir uns über eine schriftliche Bewerbung von Mitarbeiter/innen aus Ihrem festen Redaktionsstamm. Der Bewerbung beizufügen ist

  • ein Motivationsschreiben mit einer Auflistung möglicher journalistischer Beiträge im Nachgang der Reise,
  • drei Arbeitsproben,
  • ein tabellarischer Lebenslauf sowie
  • eine Einverständniserklärung des Arbeitgebers/Mediums, den Mitarbeiter/die Mitarbeiterin für die Dauer der Reise freizustellen.

Die Bewerbung kann postalisch oder per E-Mail an die Projektverantwortliche Monique Lehmann (lehmann@dgvn.de, Tel. 030/259375-10) übersendet werden. Die Bewerbungsfrist endet am 4. April  2014. Über die Auswahl der Reisenden entscheidet die DGVN. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne per E-Mail oder telefonisch unter 030-259375-10 zur Verfügung. Weitere Informationen – auch zu unseren zurückliegenden Journalistenreisen 2012 nach Liberia und 2013 nach Kenia – finden Sie außerdem unter www.dgvn.de/journalistenreise.html

Kontakt:

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.
Zimmerstraße 26/27
D-10969 Berlin
Tel: (030) 25 93 75-0
Fax: (030) 25 93 75-29
E-Mail: info@dgvn.de , Web: www.dgvn.de

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