Internationales Jahr der nachhaltigen Energie

Japan beginnt Umstellung auf erneuerbare Energien

Solarenergie bleibt die am schnellsten wachsende Energiegewinnungstechnologie der Welt. Foto: UN/Ariane Rummery

Im März 2011 führte der GAU des Atomkraftwerks Fukushima infolge eines Tsunamis zu einem deutlichen Umdenken in der japanischen Gesellschaft. Seitdem lehnt ein Großteil der Bevölkerung Atomenergie ab. Seit dem 1. Juli ist in Japan nun eine Einspeisevergütung für Solaranlagen in Kraft, welche den Übergang zu nachhaltiger Energiegewinnung in Japan erleichtern und beschleunigen soll.

Bisher hatten die japanische Regierung und Wirtschaft voll auf Atomstrom gesetzt, nur 1,6 Prozent des Energiebedarfs wurden durch erneuerbare Energien gedeckt. Nun soll Photovoltaik zu einer tragenden Säule der Stromproduktion in Japan ausgebaut werden, ergänzt durch Wind- und Wasserkraft.

Die Einspeisevergütung ist auf eine Laufzeit von 20 Jahren angelegt, pro kw/h Strom erhält der Einspeiser 39,6 Cent, das ist gut das Doppelte der Vergütung in Deutschland. Allerdings wird diese Förderung mittelfristig auch auf die Verbraucher umgelegt werden. Erwartet wird eine monatliche Zusatzbelastung von ca. 87 Yen (umgerechnet ~ 90 Cent) pro Haushalt - angesichts der durch den Fukushima-GAU entstandenen Schäden und Folgen sicherlich ein sehr geringer Preis.

Sonne über Fukushima nutzen

Die Ankündigung der Unterstützung zeigte bereits Wirkung. So stieg die Nachfrage nach häuslichen Solarinstallationen von April 2011 bis Januar 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 140 Prozent. Das bislang größte Solarprojekt Japans wird ganz in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima entstehen. Baubeginn ist in Kürze, 2014 sollen die Photovoltaik-Anlagen in Betrieb genommen werden.

Jean Mikhail