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Jan Eliasson zum stellvertretenden UN-Generalsekretär ernannt

Jan Eliasson mit Ban Ki-moon. UN Foto/Evan Schneider

Jan Eliasson mit Ban Ki-moon. UN Foto/Evan Schneider

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den schwedischen Top-Diplomaten Jan Eliasson zum nächsten stellvertretenden Generalsekretär der Vereinten Nationen ernannt. Der 71-jährige Eliasson, Gast der DGVN-Podiumsdiskussion am 20. März in Berlin, wird am 1. Juli in die Fußstapfen der Tansanierin Asha-Rose Migiro treten. In dieser Position wird er Ban Ki-moon bei dessen Abwesenheit vertreten, ihn bei der Führung der Geschäfte im Sekretariat unterstützen und dafür sorgen, dass alle Institutionen an einem Strang ziehen.

Eliasson war Berater des ehemaligen schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme und blickt zudem auf eine umfangreiche UN-Erfahrung zurück. Lange Zeit war er als schwedischer Botschafter in den USA und bei den Vereinten Nationen in New York tätig. Durch seine Mitwirkung in der militärischen Beobachtergruppe der Vereinten Nationen für Irak und Iran (UNIIMOG, 1980 - 1986) und als erster UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten erlangte Eliasson internationale Anerkennung. Zur 60. Sitzung der UN-Generalversammlung wurde er einstimmig zu deren Präsident gewählt und arbeitete zuletzt als UN-Sondergesandter für Darfur.

Eliasson als UN-Sondergesandter im Sudan. UN Foto/Bernard Wahihia
Eliasson als UN-Sondergesandter im Sudan. UN Foto/Bernard Wahihia

Aufgaben des Stellvertretenden Generalsekretärs

Dieses relative junge Amt wurde 1997 durch eine Resolution der Generalversammlung geschaffen. Das Sekretariat und einzelne Mitgliedstaaten waren zunächst skeptisch, da eine neue Kontrollebene zwischen dem Generalsekretär und seinen Untersekretären vermutet wurde. Da der Generalsekretär aber nur individuell Verantwortlichkeiten an seinen Stellvertreter abgibt, wurden diese Zweifel ausgeräumt. Die Resolution legt fest, dass der stellv. Generalsekretär nach Konsultationen mit den Mitgliedstaaten vom Generalsekretär ernannt wird. Bis 2006 genoss der Stellvertreter keine formellen Autoritäten, sondern war eher ein Unterstützer mit Managementfunktionen im Sekretariat. Dies änderte sich als der Brite Mark Malloch Brown das Amt von seiner Vorgängerin Louise Fréchette übernahm. In einzelnen Fällen wurden nun auch dem stellv. Generalsekretär Verantwortlichkeiten übertragen, um den Generalsekretärs zu entlasten.

Zu den regulären Aufgaben des Stellvertreters zählt die Koordinierung zwischen den verschiedenen UN-Institutionen. Der stellv. Generalsekretär kann, die UN auf Konferenzen vertreten, UN-Friedenstruppen vor Ort zu besuchen oder auch Reden vor dem Sicherheitsrat oder der Generalversammlung halten. Dennoch treten auch in seinem Amt für die UN typische Probleme auf. So ist der Mitarbeiterstab zu klein, um so genannte „soft functions“ wie Strategien und Programme zu entwickeln oder Evaluierungen durchzuführen. Auch obliegen alle substanziellen Entscheidungen des Verwaltungsbereichs weiterhin dem oft überlasteten Generalsekretär.

Eliasson zu Gast in Berlin

Bevor Jan Eliasson sein neues Amt übernimmt, wird er gemeinsam mit Prof. Dr. Manuel Fröhlich und Dr. Gerd Hankel an der Podiumsdiskussion zum Thema „Weltorganisation und Völkerrecht im Wandel - Die Vereinten Nationen 50 Jahre nach Dag Hammarskjöld“ teilnehmen. Die Veranstaltung findet um 13 Uhr am 20. März 2012 im Haus der Nordischen Botschaften statt (Rauchstraße 1, 10787 Berlin).

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Die Einladung als PDF finden Sie hier.

Anmeldung zur Veranstaltung

Statement des Generalsekretärs zur Ernennung Eliassons

Florian Demmler