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Hohe Auszeichnung für Engagement gegen Straflosigkeit

Das Bild zeigt die Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.

Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille 2013 der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.

Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen verleiht ihre Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille 2013 an den 93-jährigen Professor Benjamin B. Ferencz. Der amerikanische Jurist ist der letzte noch lebende Ankläger aus den Nürnberger Prozessen und hat über Jahrzehnte für die Einrichtung eines ständigen internationalen Strafgerichtshofes gekämpft.

Der zweite Preisträger ist der Internationale Strafgerichtshof selbst. Das Gericht hat 2002 in Den Haag seine Arbeit aufgenommen und wird mittlerweile von 122 Staaten getragen. Stellvertretend für das Gericht wird die Chefanklägerin Fatou Bensouda die Medaille entgegennehmen.

Die nach dem zweiten UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld benannte Medaille wird seit 1977 an herausragende Persönlichkeiten verliehen, die sich im kulturellen, wissenschaftlichen, journalistischen und politischen Bereich hervorragende Verdienste um die Förderung der Lösung der Weltprobleme durch das System der Vereinten Nationen erworben haben.

Zu den bereits ausgezeichneten Persönlichkeiten gehören Kofi Annan, Prinz Sadruddin Aga Khan, Gro Harlem Brundtland und Prof. Dr. Klaus Töpfer sowie der kürzlich verstorbene ehemalige polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki.

Die öffentliche Verleihung der Medaillen findet am 6. Dezember in Frankfurt/Main statt. Nach Angaben des Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Detlef Dzembritzki, soll die Preisverleihung nicht nur auf die beachtlichen Erfolge im Aufbau einer internationalen Strafgerichtsbarkeit verweisen. Die Auszeichnung soll auch dazu beitragen, den Internationalen Strafgerichtshof, der Täter auf der Führungsebene für schwerste Menschenrechtsverbrechen zur Rechenschaft zieht, zu unterstützen. „Die Straflosigkeit bei Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit muss ein für alle Mal beendet werden, dazu gibt es in der heutigen Welt keine Alternative“, so Dzembritzki gegenüber der Presse.

Mehr Informationen

Kontakt für Presseanfragen: Dr. Beate Wagner, wagner@dgvn.de, 030/259 375-20

 

 

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