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Gewalt gegen Frauen beenden!

Drei Frauen stehen und unterhalten sich, sie stammen aus verschiedenen Ländern

Seit über 100 Jahren setzen Frauen am 8. März ein Zeichen und feiern weltweit den Internationalen Frauentag. Foto: UN/Milton Grant

Unter dem Motto „Versprochen ist versprochen: Es ist Zeit, Gewalt gegen Frauen zu beenden“ wollen die UN am diesjährigen Internationalen Frauentag den von Gewalt geprägten Alltag von Frauen in der Gesellschaft thematisieren und zum Nachdenken, Diskutieren und Handeln auffordern.

Auch im 21. Jahrhundert ist die Gleichstellung der Geschlechter weder in Deutschland noch im Rest der Welt verwirklicht. Besonders die Gewalt gegen Frauen und Mädchen gehört zu den am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen. Die brutale Gruppenvergewaltigung einer jungen Studentin in Indien hatte Mitte Dezember 2012 national wie international große Bestürzung und Debatten ausgelöst. Doch auch in Deutschland kommt Gewalt gegenüber Frauen öfter vor als viele denken. Eine Studie des Bundesfamilienministeriums ergab, dass rund ein Viertel der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren körperliche und/oder sexuelle Gewalt in der eigenen Beziehung mindestens ein Mal erlebt haben.

Geschichte des Internationalen Frauentags

Im Jahr 1911 feierten Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz das erste Mal in der Geschichte einen Frauentag. Sie setzten sich für Gleichberechtigung und ein eigenes Wahlrecht ein. Während des NS-Regimes und in der NS-Propaganda wurde der Feiertag als Produkt des Sozialismus verteufelt und verboten. Im Zuge der Debatte um die Abtreibung in den 1960er und 1970er Jahren zog der Frauentag in Deutschland große Aufmerksamkeit auf sich. Zeitgleich wurden während des Entkolonisierungsprozesses die Stimmen von Friedens- und Frauenrechtsaktivistinnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika immer lauter und der Tag gewann global an Bedeutung.

Inzwischen wird der Internationale Frauentag weltweit stets am 8. März gefeiert. Auch die Vereinten Nationen haben die Tradition des Internationalen Frauentags übernommen: Am 8. März 1975 richteten sie im Rahmen des Internationalen Jahres der Frau erstmals eine Feier aus. Zwei Jahre später proklamierte die UN-Generalversammlung in einer Resolution vom 16. Dezember 1977 (A/RES/32/142) einen Tag im Jahr zum „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“. Jedes Jahr wird ein anderer Themenschwerpunkt festgelegt. 

Das Recht der Frauen auf ein Leben ohne Gewalt

In seiner Erklärung zum Internationalen Frauentag am 8. März 2013 erinnert der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon an die schrecklichen Verbrechen, die im letzten Jahr gegenüber Frauen und Mädchen begangen wurden. Er ruft zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen auf: "Die Wut über diese Taten muss uns zum Handeln bewegen. Wir müssen Verbrechen gegen Frauen verfolgen und dürfen es niemals zulassen, dass Frauen auch noch bestraft werden, nachdem sie missbraucht worden sind". Die UN verpflichten sich, diese globale Bedrohung überall zu bekämpfen – "Zuhause und am Arbeitsplatz, in Kriegsgebieten und in scheinbar friedlichen Ländern. Vor allem aber müssen wir die Haltung der Menschen ändern, die es zulassen, dass diese Gewalt weiter besteht." Der UN-Generalsekretär betont auch das Problem der sexuellen Gewalt in den Konfliktregionen. Er erklärt, dass ihre Bekämpfung unter anderem oberste Priorität in den Bereichen Friedenssicherung und Friedenskonsolidierung hat. Die Leiterin von UN-Women, Michelle Bachelet, fordert in einer Erklärung zum Internationalen Frauentag 2013: „Die Gleichstellung der Geschlechter muss zu einer gelebten Wirklichkeit werden“. 


Zurzeit wird von den Vereinten Nationen eine Kampagne unter dem Namen „UNiTE to End Violence against Women“ durchgeführt, die das Ziel verfolgt, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und den politischen Willen zu mobilisieren, Gewalt gegen Frauen effektiv zu bekämpfen.

 

Weiterführende Informationen zum Thema „UN und Frauen“ finden Sie in unserer Zeitschrift VEREINTE NATIONEN (Heft 5/2009)

Lesen Sie hier den Artikel "Alle vier Minuten - Südafrika hat die höchste Vergewaltigungsrate weltweit".

 

Maheba Goedeke Tort & Yuliya Sudnik

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