Presseinformationen

Gesicht zeigen! Internationale Woche gegen Rassismus vom 17.- 21. März 2003

Berlin, 13.3.2003. Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. unterstützt die bundesweite Aktionswoche gegen Rassismus vom 17. bis 21. März 2003. "Gesicht Zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland e.V." und der Interkulturelle Rat haben die Aktion aus Anlass des Internationalen Tages gegen Rassendiskriminierung initiiert und in diesem Jahr vor allem Schulen und Museen zur aktiven Beteiligung aufgerufen. Wir halten es für besonders wichtig, an diesem Tag mit Informationen, Diskussionen und Aktionen gegen Rassismus vorzugehen. Denn wir müssen leider auch in Deutschland erleben, dass Minderheiten und Einwanderer all zu oft Zielscheibe einer Unzufriedenheit werden, die sich aus den Folgen der wirtschaftlichen Probleme speist.

Die UN-Generalversammlung hat bereits 1966 den 21. März zum Tag der Weltgemeinschaft gegen Rassendiskriminierung proklamiert. Sechs Jahre zuvor, am 21. März 1960, waren beim Massaker von Sharpeville in Südafrika 69 Menschen bei einer friedlichen Demonstration gegen die Passgesetze des Apartheidregimes durch Schüsse der südafrikanischen Polizei ums Leben gekommen.

Heute ist die Apartheid überwunden und wir können auf bald 55 Jahre der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zurückblicken. Aber die Botschaft, dass die in der Erklärung aufgeführten Rechte und Freiheiten allen Menschen, unabhängig von Rasse, Farbe oder Herkunft zustehen, muss immer wieder neu mit Leben gefüllt werden. Wir begrüßen die Aktionswoche gegen Rassismus, die in diesem Jahr vor allem in Schulen und Museen die Wichtigkeit dieses Themas unterstreicht.

Natürlich liegt ein großer Teil der Verantwortung bei den Regierungen. Gesetzgebung, Bildung und politische Strategien sind die wichtigsten Instrumente, um Rassendiskriminierung in der Zukunft vorzubeugen und bestehende Diskriminierungen zu beseitigen. Die Bundesregierung und zivilgesellschaftliche Anti-Rassismus Initiativen erarbeiten gegenwärtig einen nationalen Aktionsplan gegen Rassismus, wie ihn die UN Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban 2001 von jedem Land gefordert hat. Da noch offen ist, welche Ziele sich Deutschland hier im Einzelnen setzen wird, können die Aktionen um den 21. März helfen, ein konsequentes Anti-Rassismus Programm zu verabschieden. Auch darf mit der anstehenden Umsetzung der EU-Antidiskiminierungsrichtlinie nicht der Weg für die weitergehenden Verpflichtungen verbaut werden, die das Abschlussdokument von Durban auch der Bundesrepublik auferlegt.

Die Bundesregierung ist auch im UN-Rahmen gefordert. Wir begrüßen es, dass die Regierung die durch die Beschlüsse von Durban beim Hochkommissar für Menschenrechte eingerichtete Arbeitseinheit gegen Diskriminierung unterstützt. Für die in Durban beschlossene und von der Generalversammlung bestätigte Zwischenstaatliche Experten-Arbeitsgruppe gegen Rassismus sollte Deutschland jetzt eine Kandidatin oder einen Kandidaten benennen.