Nachhaltige Städte & Gemeinden (SDG 11)

Für eine klimafreundliche Landwirtschaft

Bild: UNCTAD

Grundlegende Veränderungen in der Landwirtschaft könnten eine der größten Herausforderungen im 21. Jahrhundert sein – auch für die internationale Sicherheit. Die Welt brauche einen Paradigmenwechsel: weg von der "grünen Revolution", hin zu einer ökologischen und klimafreundlichen Landwirtschaft. Anregungen dazu gibt der Bericht "Trade and Environment Review 2013" der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD).

Unter dem Titel "Wake up before it is too late: make agriculture truly sustainable now for food security in a changing climate" beschreiben über 60 internationale Expertinnen und Experten Herausforderungen sowie strategische Lösungsansätze. Die Landwirtschaft in armen ebenso wie in reichen Ländern sollte weniger auf Monokulturen setzen und mehr auf Vielfalt, sowohl bei den angebauten Sorten als auch bei nachhaltigen, regenerativen Anbaumethoden. Kleinbauern sollten besser unterstützt werden, um ihre Produktivität deutlich zu erhöhen. Es sollten weniger Düngemittel und andere Agrochemikalien eingesetzt werden.

Enorme Herausforderungen

Der Bericht macht deutlich, dass ländliche Armut, Hunger, Bevölkerungswachstum und Umweltschäden Aspekte einer "kollektiven Krise" sind und dass dringende, grundlegende Veränderungen notwendig sind, die einem ganzheitlichen Ansatz folgen. Die Produktionsmuster der Zukunft müssen der Multifunktionalität der Landwirtschaft Rechnung tragen, heißt es in dem Bericht. Die Regierungen sollten Wege finden, Bauern auch für bislang unvergütete Leistungen, die sie erbringen, zu entlohnen: sauberes Wasser, gesunde Böden, Landschaftsschutz, Erhaltung der biologischen Vielfalt und die Pflege von Erholungsräumen. Die Autorinnen und Autoren betonen, wie radikal sich Produktionsmethoden ändern müssen, aber auch die Handelsstrukturen. Die Nahrungsmittelproduktion und der Konsum sollten lokal und regional ausgerichtet sein. Nur so wenig wie nötig sollte gehandelt werden.

Fehler der Vergangenheit

Sich bei Grundnahrungsmitteln auf die Weltmärkte zu verlassen, während man auf die Produktion und den Export lukrativer "Cash Crops" setzt, funktioniere heute nicht mehr, denn dabei ging man von niedrigen Nahrungsmittelpreisen und einem ausreichenden Angebot auf den internationalen Märkten aus. Die Bedingungen hätten sich jedoch drastisch geändert. Die Spezialisierung habe dazu geführt, dass die Vielfalt der angebauten Produkte abgenommen habe und ein enormer Kostendruck entstanden sei. Die Folge: immer mehr Umweltschäden und eine immer weniger widerstandsfähige Landwirtschaft.

Das ist verheerend, gerade in Zeiten des Klimawandels, der in der Landwirtschaft dramatische Folgen haben könnte, insbesondere in Afrika südlich der Sahara und in Südasien. Dies sind zugleich Regionen, für die auch in Zukunft noch ein hohes Bevölkerungswachstum vorausgesagt wird – ein weiterer Faktor, der die Ernährungssicherung zu einer riesigen Herausforderung macht.

Weitere Informationen:

United Nation's Conference on Trade and Development (UNCTAD): Trade and Environment Review 2013. Wake up before it is too late: make agriculture truly sustainable now for food security in a changing climate.

Internationales Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft 2014

Christina Kamp

Kleinbauern, wie diesem Reisbauern in Laos, kommt bei der Ernährungssicherung eine zentrale Rolle zu. Auch deshalb haben die Vereinten Nationen das Jahr 2014 als Internationales Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft ausgerufen.
Kleinbauern kommt bei der Ernährungssicherung eine zentrale Rolle zu. Auch deshalb haben die Vereinten Nationen das Jahr 2014 zum Internationalen Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft erklärt. (Foto: Christina Kamp)