Presseinformationen

Fünf Jahre Krise in Darfur: Deutsche Organisationen fordern stärkeres Engagement

Leiden der Kinder nimmt kein Ende

Hilfswerke und Menschenrechtsorganisationen machen auf dramatische Lage der Kinder in Darfur aufmerksam - Bundesregierung und EU zu stärkerem Engagement aufgefordert

 Fünf Jahre nach Beginn der Darfur-Krise appellieren elf deutsche Hilfswerke und Menschenrechts-organisationen an die Bundesregierung und die Europäische Union, sich deutlich aktiver als bisher für ein Ende des Konflikts in der sudanesischen Region einzusetzen. Eine gemeinsame Erklärung, die unter anderem von amnesty international, terre des hommes, der Deutschen Welthungerhilfe und dem Deutschen Komitee für UNICEF unterzeichnet wurde, macht insbesondere auf das Schicksal der etwa zwei Millionen Kinder aufmerksam, die unter Kriegsbedingungen aufwachsen.

Etwa 75 Kinder unter fünf Jahren sterben täglich an den Folgen der Krise, so die Erklärung. Der Anteil der akut unterernährten Kinder stieg allein im Jahr von 12,9 Prozent auf 16,1 Prozent. Damit wurde die offizielle Marke eines UN-Notstands überschritten.

Etwa die Hälfte aller Kinder im Schulalter hat zudem keinen Zugang zu Schulbildung, rund 7.000 Kindersoldaten dienen in bewaffneten Gruppen und vor allem Mädchen sind permanent von sexueller Gewalt bedroht.

Unterzeichner der Erklärung sind: amnesty international (Deutsche Sektion), Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag, Darfur Hilfe, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Deutsche Welthungerhilfe, Deutsches Komitee für UNICEF, Genocide Alert, Gesellschaft für bedrohte Völker, Save the Children Deutschland, Stiftung Nord-Süd-Brücken und terre des hommes.

Die vollständige Erklärung finden Sie hier.

 

Unabhängig von der Erklärung finden Sie hier eine Ankündigung des "Global Day for Darfur" (Sonntag, 13.04.2008).
Weiterführende Informationen zum Thema "Darfur":

- Auch Generalsekretär Ban Ki-moon beklagte jüngst das zunehmende Leiden in der Krisenregion - trotz intensiver Bemühungen der UN, den Konflikt zu beenden. Bereits kurz nach Beginn der Krise unternahm der UN-Sicherheitsrat erste Anstrengungen, um die Situation vor Ort zu verbessern. Seitdem sind 7 Resolutionen bezüglich Darfur verabschiedet worden - an der Lage im Konfliktgebiet haben diese jedoch nicht viel ändern können. Es mangelt an Peacekeeping-Truppen, Hubschraubern aber auch am nötigen Druck der mächtigen Staaten im Sicherheitsrat auf China. Trotz ihres großen Einflusses schont die chinesische Führung das Regime in Khartoum.
Mehr dazu hier.

- Kommentar von Gerhart R. Baum (Zeitschrift "Vereinte Nationen" 2/2005)

- UNICEF Child Alert Report: Bereits im Jahr 2005 machte UNICEF in einem Alarmruf auf die dramatische Lebenssituation der Kinder in Darfur aufmerksam. Seitdem hat sich nur wenig getan...

- Darfur-Sonderseite von UNICEF Deutschland

- Zeichnungen von Kindern aus Darfur, gesammelt von der britischen NGO "Waging Peace". Die Bilder spiegeln Träume und Erinnerungen der Kinder wider und verdeutlichen, welch traumatische Erfahrungen ein Großteil von ihnen in den letzten Jahren gemacht hat.