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Friedensnobelpreis an US-Präsident Barack Obama

Ein Preis für die Rückbesinnung der USA auf die Vereinten Nationen

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Thomas Bruha, begrüßte die Vergabe des Friedensnobelpreises 2009 an Präsident Barack Obama: „Der Preis wurde Obama für seine außergewöhnlichen Bemühungen zur Stärkung der internationalen Diplomatie und zur Zusammenarbeit zwischen den Völkern zuerkannt. Nachdem Woodrow Wilson 1919 die renommierte Ehrung für seinen 14-Punkte-Plan und sein Eintreten für den Völkerbund sowie die Bemühungen um eine internationale Friedensordnung nach dem Ersten Weltkrieg erhielt“, sieht Bruha 2009 die „Rückbesinnung der Weltmacht USA unter der Führung Obamas auf die Vereinten Nationen im Zentrum der Auszeichnung“.

In der Begründung des Nobel-Komitees heißt es dazu:
„Als US-Präsident hat Obama ein neues Klima in der internationalen Politik geschaffen. Multilaterale Diplomatie ist wieder ins Zentrum gerückt, ein Schwerpunkt ist dabei die Rolle, die die Vereinten Nationen und andere internationale Institutionen übernehmen können. Dialog und Verhandlungen werden als vorrangiges Mittel angesehen, um selbst die kompliziertesten internationalen Konflikte zu lösen. Die Vision einer atomwaffenfreien Welt hat den Verhandlungen über Abrüstung und Rüstungskontrolle kräftige Impulse verschafft. Dank Obamas Initiative spielen die USA nun eine konstruktivere Rolle, um dem massiven Klimawandel zu begegnen, mit dem die Welt sich konfrontiert sieht. Demokratie und Menschenrechte gewinnen an Stärke.“*

Im Interesse der Vereinten Nationen muss Obama vor einem Scheitern bewahrt werden, das unabsehbare Folgen für die ganze Welt hätte. Das kann die Verleihung des Preises allein nicht leisten, aber sie ist in den Augen des Vorsitzenden der Deutschen UN-Gesellschaft ein wichtiger Beitrag dazu: „Wenn der US-Senat jetzt Fortschritte beim Klimaschutz blockiert, wenn Obamas Initiativen zur atomaren Abrüstung von den anderen Atommächten nicht aufgegriffen werden oder wenn seine umfassende Verhandlungsbereitschaft im Kreis aller UN-Mitgliedstaaten nicht ernst genommen wird, schaden die weltpolitischen Akteure nicht "nur" dem Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten, sondern einem Friedensnobelpreisträger, in den mit dem Nobel-Komitee unzählige Bürger der Welt ihre Hoffnungen setzen.“

* Übersetzung: Friederike Freiburg, zitiert nach Spiegel-online, 12.10.2009