Entwicklungspolitik

Freiwilliges Engagement fördert menschliche Entwicklung

Ehrenamtliches Engagement leistet einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele. Dies geht aus dem ersten "Bericht über die Lage der Freiwilligenarbeit in der Welt 2011" hervor, der heute vom Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (UNV) und der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) in Berlin vorgestellt wurde. Der Bericht wurde anlässlich des heutigen "Internationalen Tags der Freiwilligen" auch der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York präsentiert.

Das besondere an dem Bericht sei, dass er Freiwilligenarbeit als Kernstück einer neu entstehenden Entwicklungsagenda betrachte. "Der Bericht kennt keinen Norden und keinen Süden", sagte Jennifer Stapper von UNV. Das Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen vermittelt mehrmonatige oder mehrjährige Einsätze Freiwilliger in internationalen Organisationen, bei Regierungen und Nichtregierungsorganisationen. "Wir brauchen die Mitwirkung von Millionen von Bürgern, um die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen."

Wie der Bericht aufzeigt, wird Freiwilligenarbeit bereits in erheblichem Maße und weltweit geleistet. Jennifer Stapper machte drei wichtige Trends deutlich, die das Gesicht der Freiwilligenarbeit verändern: Migration und Reisemöglichkeiten verändern grundlegend die Art und Weise, wie Menschen als Freiwillige tätig sind, der Privatsektor ist zunehmend an der Freiwilligenarbeit beteiligt und Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) eröffnen neue Möglichkeiten der freiwilligen Mitwirkung, wie zum Beispiel das so genannte Online-Volunteering.

Freiwilligenarbeit in der Entwicklungszusammenarbeit

Auch Jürgen Zattler vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) betonte, wie wertvoll Freiwilligenarbeit für die Entwicklungszusammenarbeit sei. Mit "weltwärts" unterstützt das BMZ ein Freiwilligenprogramm, das vor allem der Qualifizierung von Nachwuchskräften dient. Nur weil sie nicht bezahlt werde, sollte Freiwilligenarbeit nicht geringer bewertet werden, so Zattler. Im Gegenteil, sie müsse viel stärker anerkannt werden.

Beate Wagner (DGVN), Jennifer Stapper (UNV), Jürgen Zattler (BMZ) und Andreas Deutinger (UN-Jugenddelegierter) bei der Vorstellung des UNV-Berichts in Berlin. Foto: Ulrich Keller, DGVN
Beate Wagner (DGVN), Jennifer Stapper (UNV), Jürgen Zattler (BMZ) und Andreas Deutinger (UN-Jugenddelegierter) bei der Vorstellung des UNV-Berichts in Berlin. Foto: Ulrich Keller, DGVN

Der Bericht zeigt, wie gerade auch die internationale Freiwilligenarbeit sich im Laufe der Zeit stark verändert hat. Traditionell hätten die großen Freiwilligenorganisationen in den Industrieländern Freiwillige aus dem Norden in den Süden entsandt. Nun hätten sie auch nationale Freiwilligenprogramme für Süd-Süd- oder Süd-Nord-Einsätze eingeführt. Diese Programme bieten Menschen aus Entwicklungsländern die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst entweder im Ausland oder zusammen mit internationalen Freiwilligen in ihrem Heimatland zu leisten. Hinzu komme die Diaspora-Freiwilligenarbeit, bei der Experten mit Migrationshintergrund Wissen in ihre Herkunftsländer transferieren.

"Jeder und jede Einzelne kann wirklich etwas bewirken", unterstrich UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in seiner Erklärung zum Internationalen Tag der Freiwilligen: "Freiwilligenarbeit macht einen Unterschied".

 

Weitere Informationen:

UNV: "2011 State of the World’s Volunteerism Report"

Deutsche Kurzfassung "Bericht über die Lage der Freiwilligenarbeit in der Welt. Universale Werte für globales Wohlergehen"

Presseinfos zum "Bericht über die Lage der Freiwilligenarbeit in der Welt 2011"

(Christina Kamp)

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