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Festakt: Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen feiert 70 Jahre UN

Horst Köhler und Detlef Dzembritzki bei der Eröffnung der DGVN-Twitter-Kampagne #Dtraegtblau.

 

Berlin, 21. Oktober 2015

Im Jahr 1945, in den Trümmern des Zweiten Weltkriegs, versprach die Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen am 24. Oktober Großes: Die Vereinten Nationen sollten „künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges“ bewahren, die Grundrechte der Menschen stärken und sogleich Bedingungen schaffen, unter denen Gerechtigkeit und weltweiter sozialer Fortschritt gedeihen kann.

Genau 70 Jahre später und anlässlich dieses Gründungsjubiläums lud die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. zum Festakt in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin ein. Zahlreiche namhafte Gäste aus Politik, Gesellschaft und Kultur folgten dieser Einladung und stellten damit die Rolle der Vereinten Nationen als wichtiges diplomatisches Forum, auch für Deutschland, auf eindrucksvolle Weise unter Beweis. 

Musikalisch eröffnet wurde der Abend mit der Hymne der Vereinten Nationen von Pau Casals. Zur Begrüßung verwies Pfarrer Martin Germer darauf, dass die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche eine ganz besonders enge und lange Verbindung zur Idee der Vereinten Nationen aufweist: bereits am Sedantag zur Feier des Sieges über Frankreich hatte Pfarrer Nithak-Stahn 1911 die Regierungen der Welt zu „friedestiftenden Verträgen“ aufgerufen. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Detlef Dzembritzki, unterstrich: „Die Vereinten Nationen sind als globalpolitische Konsequenz zweier verheerender Weltkriege gegründet worden. Wir wollen heute am 70. Gründungsjubiläum nicht nur daran erinnern, sondern aus der Geschichte Impulse für die aktuellen Herausforderungen ableiten.“

Horst Köhler, Bundespräsident a.D. hielt die Festrede unter dem Titel: „Abschied vom Menschheitstraum? Die Vereinten Nationen im 21. Jahrhundert". Köhler erinnerte daran, dass die Gründung der VN 1945 kein Selbstläufer war, sondern das Ergebnis von politischem Willen, einer mutigen Vision und knallhartem Pragmatismus. Die VN-Gründung sei damit gerade heute „eine Mahnung an jene, die ihr Heil wieder in nationalstaatlichen Schneckenhäusern suchen, und auch an jene, die ihren Mangel an politischen Visionen für Realpolitik halten“. Der Altbundespräsident hielt ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, die „Vereinten Nationen zu einer echten universellen Organisation werden zu lassen, die eine langfristig angelegte weltweite Transformation hin zu Nachhaltigkeit und Wohlstand für alle organisiert, anstatt zu einer Agentur zur Bekämpfung humanitärer Krisen zu verkümmern“. 

Die zahlreichen Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft, darüber hinaus zahlreiche Medienvertreter, würdigten diesen Rundumblick mit anhaltendem Applaus.

Für die DGVN wurde der Abend zu einem Erfolg: „Es ist deutlich geworden“, so der Vorsitzende Dzembritzki, „dass die Vereinten Nationen in dem Maße handlungs- und zukunftsfähig sind, wie die Staaten bereit sind, die angebotenen Foren für Verhandlungen und gemeinsame Maßnahmen tatsächlich zu nutzen.“

 

Die vollständige Rede des Bundespräsidenten a.D. finden Sie hier (English Version here).

 

 

 

Impressionen des Abends

vor strahlend blauem gläsernen Hintergrund hängt ein schlickter, vergoldeter Jesus Christus am Kreuz.
Die Gedächtniskirche von Innen mit ihrem typischen Blau - passend zu den Vereinten Nationen
Willkommen durch Pfarrer Germer
Begrüßung durch den DGVN-Vorsitzenden Detlef Dzembritzki
Festrede des Bundespräsidenten a.D. Prof. Dr. Horst Köhler
Horst Köhler und Detlef Dzembritzki eröffnen die DGVN Twitterkampagne, #Dtraegtblau
 

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