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Essaywettbewerb: "Mali? Was geht uns Mali an?"

Essaywettbewerb zur Teilnahme an der DGVN-Studienreise

13. bis 18. September 2015 nach Mali

Systematische Menschenrechtsverletzungen, über 1,5 Millionen Vertriebene und für immer zerstörtes Weltkulturerbe: Seit 2012 befindet sich das westafrikanische Mali in einer tiefen Krise. Nach einem Militärputsch nutzten bewaffnete Rebellen und Islamisten das Machtvakuum und brachten den Norden des Landes unter ihre Kontrolle. Daraufhin griff die ehemalige Kolonialmacht Frankreich militärisch ein, um das Vorrücken der Rebellen zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen.

Aus diesem Engagement entstand unter anderem die Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali (MINUSMA), die seit dem 1. Juli 2013 aktiv ist und als eine der gefährlichsten VN-Aufgaben weltweit gilt. Bis heute wurden dabei mehr als 40 Blauhelmsoldaten getötet. Auch die Bundeswehr ist an der Mission beteiligt, gerade hat das Kabinett den Einsatz bis Juni 2016 verlängert. Noch ist ein Ende des Konflikts nicht in Sicht – doch ein Friedensabkommen, das diesen Monat auch die zunächst skeptischen Tuareg unterzeichnen wollen, könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.

Um den Konflikt in Mali besser zu verstehen, bietet die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) in diesem Jahr für ihre Mitglieder vom 13. bis 18. September eine Studienreise in das westafrikanische Land an. Um gezielt jungen Menschen die Teilnahme an dieser Reise zu ermöglichen, lobt die DGVN ein Reisestipendium in Höhe von 700 Euro aus.

Unter der provokanten Leitfrage „Mali? Was geht uns Mali an?“ können sich die Essays mit ganz unterschiedlichen Aspekten des Themas beschäftigen, zum Beispiel: Was können die Vereinten Nationen in Krisengebieten vor Ort leisten? Woran scheitern VN-Friedensmissionen und welche Faktoren tragen zu ihrem Erfolg bei? Welche Rolle spielen einheimische und externe Akteure für die Absicherung fragiler Friedens- und Versöhnungsprozesse? Und schließlich: Wie lässt sich der Erfolg des internationalen Krisenmanagements messen?

Bewerben können sich alle Mitglieder, die den Ausbildungstarif der DGVN zahlen. Die Beiträge sollten 1.500 Wörter nicht überschreiten und werden von einer Jury aus Mitgliedern des Bundesvorstands und des Generalsekretariats begutachtet. Bis zum 13. Juli 2015 nehmen wir Einsendungen unter der Emailadresse presse@dgvn.de entgegen.

 

Weitere Informationen zur Studienreise finden Sie hier.

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