DGVN-Nachrichten Ruanda 20 Jahre nach dem Genozid

Essaywettbewerb "20 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda"

Ruanda 20 Jahre danach: Lehren für die Zukunft?

Essaywettbewerb zur Teilnahme an der DGVN-Studienreise,
1. – 6. September 2014 nach Ruanda

Am 7. April  begehen die Vereinten Nationen alljährlich einen Gedenktag, um an den Völkermord zu erinnern, der vor nunmehr 20 Jahren in Ruanda wütete. Nachdem am Abend des 6. April 1994 unter bis heute ungeklärten Umständen das Flugzeug des ruandischen Präsidenten Júvenal Habyarimana abgeschossen wurde, entzündete sich eine Welle brutaler Gewalt, in deren Folge in knapp hundert Tagen etwa 800.000 Menschen ermordet wurden.

Die internationale Gemeinschaft konnte sich zu einem wirksamen Eingreifen nicht entscheiden. Auch die bereits seit 1993 in Ruanda stationierte Unterstützungsmission der Vereinten Nationen, UNAMIR, stoppte das Morden nicht. Im Rückblick sprach VN-Generalsekretär Ban Ki-moon im Februar 2014 von einem „dramatischen Versagen der internationalen Gemeinschaft angesichts von Massenverbrechen“.

Um der Entwicklung in Ruanda seit 1994 etwas näherzukommen, führt die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) in diesem Jahr für ihre Mitglieder vom 1. – 6 September eine Studienreise nach Ruanda durch. Um gezielt jungen Menschen die Teilnahme an dieser Reise zu ermöglichen, lobt die DGVN in diesem Zusammenhang drei Reisestipendien in Höhe von je 800 € aus.

 

Unter der Leitfrage „Ruanda 20 Jahre danach: Lehren für die Zukunft?“ können sich die Essays mit ganz unterschiedlichen Aspekten beschäftigen, zum Beispiel: Welche Konzepte, Mechanismen und Institutionen hat die internationale Gemeinschaft seither entwickelt, um Völkermord und ähnliche Massenverbrechen zu verhindern? Ist es Ruanda gelungen, in den letzten 20 Jahren Versöhnung in der Bevölkerung zu stiften und die Täter zur Verantwortung zu ziehen? Sind inner-gesellschaftliche Veränderungen festzustellen? Lassen sich Lehren auch für andere Konflikte ziehen? Welchen Herausforderungen steht Ruanda 20 Jahre nach dem Genozid gegenüber? Welche Folgen hatte der Völkermord für die Nachbarländer Ruandas, und wie haben sowohl der afrikanische Kontinent als auch die internationale Gemeinschaft auf diese Herausforderungen reagiert?

 

Bewerben können sich alle Mitglieder, die als Mitgliedsbeitrag den Ausbildungstarif zahlen. Die Beiträge sollten 1.500 Wörter nicht überschreiten und werden von einer Jury aus Mitgliedern des Bundesvorstands und des Generalsekretariats begutachtet. Bis zum 22. Mai 2014 nehmen wir Einsendungen unter maerker@dgvn.de entgegen.

 

Die Gewinner stehen fest!

Ein Reisestipendium in Höhe von 800 Euro erhalten Franziska Knur, Doktorandin und wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht in Dresden, Anton-Johannes Peez, Referent bei Genocide Alert und Student der Politikwissenschaft und Öffentliches Recht in Frankfurt am Main, und Katja Weickert, Refendarin am Kammergericht Berlin.

Die vollständigen Essays finden Sie hier:
1. Franziska Knur: Ruanda, das wachsende Land - Verantwortung übernehmen im Rahmen der internationalen Gemeinschaft.
2. Anton-Johannes Peez: Wenn der Transmitter zur Waffe wird.
3. Katja Weickert: Die Folgen von Völkermord und sexueller Gewalt - Der Existenzkampf ruandischer Frauen.

 

 

 

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