Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung (SDG 8) Millenniums-Entwicklungsziele

Erfolge der Ökolandwirtschaft im Kampf gegen den Hunger

Kleinbauern in Ländern mit Nahrungsmittelknappheit können ihre Produktion binnen zehn Jahren verdoppeln, wenn sie zu ökologischen Anbaumethoden übergehen. Dies hat Olivier De Schutter, der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, in einem im März 2011 veröffentlichten Bericht dargelegt. In Gebieten, wo Hunger herrscht, seien ökologische Anbaumethoden der konventionellen Landwirtschaft, die auf Kunstdünger setzt, überlegen. De Schutter betonte in seinem Bericht für den UN-Menschenrechtsrat: „Um neun Milliarden Menschen im Jahre 2050 zu ernähren, müssen wir ganz dringend die wirksamsten Anbaumethoden verwenden.“
Für seinen Bericht hat der UN-Sonderberichterstatter zahlreiche vorliegende Landwirtschaftsstudien ausgewertet und ist auf dieser Grundlage zu eindeutigen Ergebnissen gekommen: „Bislang haben ökologische Landwirtschaftsprojekte in 57 Entwicklungsländern eine durchschnittliche Steigerung der Ernteerträge um 80% aufzuweisen, in den afrikanischen Projekten beträgt die Steigerung durchschnittlich 116%.“  

Der Verzicht auf Kunstdünger und Insektizide lohnt sich

De Schutter weist in seinem Bericht darauf hin, dass die konventionelle Landwirtschaft von teuren Inputs abhängig ist, den Klimawandel fördert und sich als anfällig für die Folgen von Klimaveränderungen erweist. Die ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft sei auf diesen Gebieten der konventionellen Landwirtschaft überlegen. Dies hat zum Beispiel die Regierung Malawis erkannt, die die Subventionierung von Kunstdünger eingestellt hat und stattdessen die Ökolandwirtschaft fördert. Seither hat sich, so stellt De Schutter heraus, die Maisproduktion mehr als verdoppelt. In dem Bericht werden auch die Erfolge mit einem ökologisch ausgerichteten Reisanbau in Indonesien, Vietnam und Bangladesch verwiesen, wo der Einsatz von Insektiziden um bis zu 92% vermindert werden konnte. De Schutters Bewertung: „Wissen hat Pestizide und Kunstdünger ersetzt.“
Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung bedauert, dass die ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft trotz ihres beeindruckenden Potenzials in vielen Ländern kaum durch die staatliche Landwirtschaftspolitik unterstützt wird und man dort bisher nicht über das Stadium von experimentellen Projekten hinausgekommen ist. Erforderlich sei aber eine politische Unterstützung von Landwirtschaftsforschung und Landwirtschaftsberatung, um diese Methoden weiter zu verbreiten.

Förderung von Kleinbauern muss Priorität haben

Besonders wichtig im Kampf gegen den Hunger ist die Förderung von Kleinbauern und ihrer Zusammenschlüsse. De Schutter ist überzeugt: „Wir können mit einer großflächigen industriellen Landwirtschaft den Hunger nicht beseitigen und den Klimawandel nicht stoppen. Die Lösung besteht in der Unterstützung des Wissens von Kleinbauern und der Erprobung (neuer Anbaumethoden), ebenso in der Erhöhung des Einkommens dieser Kleinbauernfamilien, damit sie zur Entwicklung der ländlichen Gebiete beitragen können.“ Eile sei geboten: „Wie müssen rasch vorankommen, wenn wir immer neue Nahrungs- und Klimakatastrophen im 21. Jahrhundert verhindern wollen.“
Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Herunterladen des Berichts finden Sie hier.
(Frank Kürschner-Pelkmann)

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