Journalistenreise

Die UN im Dienste nachhaltiger Entwicklung

Die Teilnehmer der DGVN-Journalistenreise stehen an einem begrünten Stück Land und lauschen einem Beitrag einer WWF Verantwortlichen in Naivasha

Ein Landwirtschaftsprojekt des WWF in der Nähe von Naivasha. Eifrig wird notiert: Konkrete Begegnungen machen die Bedeutung entwicklungspolitischer Initiativen am besten deutlich.

Die Aktivitäten der Vereinten Nationen, spielen in deutschen Tageszeitungen selten eine zentrale Rolle, insbesondere wenn es sich um entwicklungs- oder klimapolitische Fragestellungen handelt. Um einen Beitrag zu einem differenzierteren Bild über die weltweiten Aufgaben und Herausforderungen der UN zu leisten, bietet die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) in unregelmäßigen Abständen Informations- und Recherchereisen für Journalistinnen und Journalisten an. Die letzte Recherchefahrt führte im September 2013 von Bonn nach Nairobi und damit in zwei Städte, die hervorragende Anschauungsmöglichkeiten für das Engagement der internationalen Gemeinschaft im Umwelt- und Klimaschutz bieten. Im Mittelpunkt standen dabei Aktivitäten im Bereich nachhaltiger Energiegewinnung.

Weltweit leben 1,5 Milliarden Menschen ohne Stromversorgung, entweder weil diese nicht verfügbar oder nicht bezahlbar ist. Der Zugang zu nachhaltiger, sauberer Energie ist daher nicht nur ein Schlüssel im Kampf gegen den Klimawandel, sondern ein entscheidender Aspekt, um Menschen zu langfristiger, dauerhafter und nachhaltiger Entwicklung zu verhelfen, die weltweite Armut zu bekämpfen und somit die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen. Den Vereinten Nationen kommt dabei vor allem mit Blick auf die Entwicklungsländer eine führende Rolle zu.

Das Dach des UNEP Gebaüdes in Nairobi mit mehreren Photovoltaikanlagen und Pflanzen auf dem Dach
Auch das UNEP-Gebäude wird begutachtet. 2011 in Betrieb genommen gilt es als erstes energieneutrales Gebäude in dieser Größenordnung im energieknappen Ostafrika. Mit seiner Photovoltaikanlage ist das UN-Gebäude Vorbild für Energieeffizienz und Klimaverträglichkeit.

Die Journalistenreise fand vom 1. September bis zum 8. September 2013 statt, zunächst mit anderthalbtägigem Aufenthalt in Bonn und dem Besuch des UN-Campus sowie Gesprächen u.a. im Sekretariat des UN-Übereinkommens zur Bekämpfung von Wüstenbildung (UNCCD) und weiteren UN-Einrichtungen. In Kenia wurden dann konkrete Projekte im Energie- und Umweltbereich besucht. Zudem wurde in Nairobi das vielfältige Aufgabenspektrum des „UN-Headquarters" in Afrika vorgestellt. Im Mittelpunkt stand dabei das UN-Umweltprogramm UNEP, das von dem Deutschen Achim Steiner geleitet wird.

Darüber hinaus gab der Aufenthalt in Kenia Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit weiteren UN-Akteuren (z.B. UNDP). Mit dem United Nations Human Settlements Programme (UNHABITAT) beherbergt Nairobi außerdem eine UN-Organisation, die sich in vielfältiger Weise mit Fragen nachhaltiger Stadtentwicklung auseinandersetzt.

Mit diesem umfassenden Programm und durch die Vermittlung von interessanten Terminen und Interviewpartnern vor Ort konnte die Reise zahlreichen Stoff und Anreize für Reportagen und Hintergrundberichte bieten sowie Aufklärung ermöglichen. Außerdem sollte die Reise die Bedeutung von Entwicklungs- und Klimapolitik und die Rolle der Vereinten Nationen durch konkrete Begegnungen erfahrbar machen und zu vermehrter Berichterstattung führen-gerade auch im Vorfeld und während der anstehenden UN Dekade 2014-2024, die sich dem Thema „Sustainable  Energy for all“ widmet, einer Initiative von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Teilnehmer und Berichterstattung

drei Journalisten umkreisen Achim Steiner auf dem Flur eines Gebäudes und lauschen seinen Worten
Die Journalisten im Gespräch mit dem UN-Exekutivdirektor Achim Steiner (zweiter von links).

Teilnehmen konnten sechs Journalistinnen und Journalisten. Der Fokus lag auf etablierten regionalen Printmedien, die in der Regel über keine eigenständige außen- und entwicklungspolitische Berichterstattung verfügen und deshalb – trotz ihrer Reichweite und Bedeutung im Rahmen der politischen Aufklärungsarbeit – im entwicklungs- und außenpolitischen Kontext meist auf Zweit- oder gar Drittverwertungen zurückgreifen müssen.

Zu den Höhepunkten zählten der Besuch im neuen Hauptgebäude der Vereinten Nationen in Nairobi und ein ausführliches Gruppeninterview mit dem Exekutivdirektor des UNEP Achim Steiner. Ergänzt wurde das Programm durch einen zweitägigen Ausflug ins Rift Valley mit einem Besuch des dortigen geothermischen Kraftwerks gemeinsam mit Vertretern der deutschen Botschaft und der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Bewerben konnten sich Redakteurinnen und Redakteure der über einhundert regionalen Tageszeitungen in Deutschland, auf Vorschlag ihrer Chefredaktionen. Ausgewählt wurden Jan Jessen (Neue Ruhr Zeitung), Paul Josef Raue (Thüringer Allgemeine Zeitung), Stephanie Rupp (Nürnberger Zeitung), Norbert Schmidt (Gießener Allgemeine Zeitung), Peter Seidel ( Kölner Stadt Anzeiger) und Frauke Wolter-Paskalis (Badische Zeitung).

Die Gruppe von Journalisten der DGVN-Journalistenreise bestaunt ein Geothermie-Kraftwerk bzw. dessen Leitungen in Naivasha
Das Geothermie-Kraftwerk im Rift Valley.

Gemeinsam verfügen die auf der Recherchereise vertretenen Medien über eine tägliche Druckauflage von weit mehr mehr als einer Millionen Exemplaren. Hinzuzurechnen ist die Onlineberichterstattung über die häufig frequentierten Regionalportale der sechs Zeitungen. Begleitet und organisiert hatte die Reise für das DGVN-Generalsekretariat Dr. Alfredo Märker. Gefördert wurde sie aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Inzwischen sind zahlreiche Beiträge über die Recherchereise in den Print- und Onlineausgaben der entsprechenden Regionalzeitungen erschienen. Thematisch greifen die Artikel dabei die gesamte Bandbreite des Programms auf, darunter entwicklungspolitische Projekte im Bereich Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, mehrere Interviewpassagen mit Achim Steiner, Beiträge zur Rolle UNEP, UN-HABITAT oder zum UN-Standort Bonn. Zugleich wurden auch andere DGVN-nahe Gesichtspunkte, wie die Rolle Kenias im Rahmen des internationalen Strafgerichtshofs, in Zeitungsbeiträgen aufgearbeitet. Hintergrund ist die Entscheidung des kenianische Parlament über den anvisierten Austritt Kenias aus dem IStGH, die während der Reise getroffen wurde und insofern bei zahlreichen Gesprächen vor Ort  thematisiert wurde.

sechs kenianische Kinder in unterschiedlichem Alter sitzen auf einer Bank vor einer mannshohen Zeichnung einer Lunge mit Erklärungen und Pfeilchen
UN-HABITAT unterstützt zahlreiche informelle Schulen in den Slums von Nairobi. Die Schulfächer sind an der Wand aufgemalt.

Die folgende chronologische Liste wird fortwährend aktualisiert:

Beitrag Nürnberger Zeitung, 11.09.2013, "Kenias Führung vor Gericht"

Beiträge Kölner Stadt-Anzeiger, 13.09.2013, "Die Welt vereint in Bonn" und Interview mit Harald Ganns, CIU-Bonn "Die rheinische Mentalität ist weltoffen und tolerant"

Sonderseite Thüringer Allgemeine, 17.09.2013, "Die große Vision" und anlässlich der 40jährigen UN-Mitgliedschaft Deutschlands "Eine Zäsur mitten im Kalten Krieg" 

Interview mit Achim Steiner (UNEP) in der Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung, 18.09.2013, "Noch liegt Deutschlandganz vorn"

Sonderseite Kenia und UN, Gießener Allgemeine, 18.09.2013, "Die Weltinfrastruktur neu erfinden", "Die UN- vor Ort" und "Für nachhaltige Entwicklung weltweit"

Interview mit Achim Steiner (UNEP) im Kölner Stadt-Anzeiger, 28./29.09.2013, "Deutschlands Energiewende ist wichtig"

Sonderseite Badische Zeitung, 5.10.2013, "Frau Wanguis neuer Ofen", Gute Potenziale" und "Viele Kinder bremsen das Wachstum"

Reportage im Kölner Stadt-Anzeiger, 12/13.10.2013, "Von Erdwärme und Lehmöfen"

Sonderseite Badische Zeitung, 14.10.2013, "Das muss man historisch sehen" und "Der UN-Standort in Nairobi"

Sonderseite Gießener Allgemeine Zeitung, 16.10.2013, "Afrika - vor Ort", "Geothermie", "Armutsbekämpfung bleibt erste Aufgabe" sowie "Wasser und Toiletten für die Slums"

Beitrag der Nürnberger Zeitung, 29.10.2013, "Wie entkommen wir dem Plastik-Sumpf?"

Gießener Allgemeine Zeitung, 31.10.2013, "Afrika vor Ort" und "Leben am Rand der Gesellschaft"

Beitrag Nürnberger Zeitung, 31.10.2013, "Die neue Sauberkeit von Korogocho"

Sonderseiten Badische Zeitung und die Fortsetzung, 02.11.2013, "Teure Armut" und "Der Sog der Städte"

Beitrag Nürnberger Zeitung, 12.11.2013, "Wie Kühe zum Energieversorger werden"

Hintergrund Gießener Allgemeine Zeitung, 13.11.2013, "Eine Erfolgsgeschichte"

Beitrag Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung, 10.12.2013, "Mit kleinen Schritten in die Zukunft"

Hintergrund Gießener Allgemeine Zeitung, 13.12.2013, "Afrika - vor Ort", "Familie Massai kocht mit Gas" sowie "Von wegen Stadtbummel am Abend"

Hintergrund Gießener Allgemeine Zeitung, 22.03.2014, "Wasser gibt’s nur am Kiosk"

 

Hier finden sie die Onlinebeiträge:

Beitrag der Badischen Zeitung, "Energiesparende Herde sind eine Seite der Energiewende in Kenia"

Beitrag der Badischen Zeitung, 02.11.2013, "UN-Habitat sorgt sich um die Folgen des Klimawandels"

 

Fotostrecke der Gießener Allgemeinen Zeitung: Afrika vor Ort: Unterwegs in Kenia

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