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Die DGVN trauert um ihr langjähriges Vorstands- und Präsidiumsmitglied Prof. Dr. Jens Naumann

Jens Naumann, Profilbild

Jens Naumann

Naumann gehörte zu den „Urgesteinen“ der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, der er schon als Student vor über  50 Jahren beitrat. Er zeigte stets in vielen verschiedenen Arbeitsbereichen der DGVN ein ungewöhnliches ehrenamtliches Engagement, das durch seine Ernennung zum Präsidiumsmitglied 1995 seinen Höhepunkt fand. Dem Präsidium gehörte er bis zu seinem Tod an.
Über zwanzig Jahre war Jens Naumann im Bundesvorstand aktiv; er hat von 1965 bis 1983 sowie von 1992 bis 1995 durch zahlreiche Ideen und vielfaches Engagement als Vorstand zu den Aktivitäten der DGVN beigetragen. Insbesondere in dieser Zeit schrieb er auch regelmäßig Beiträge für unsere Fachzeitschrift „Vereinte Nationen“. 
Darüber hinaus möchten wir seine Tätigkeiten im Landesvorstand Berlin hervorheben, wo er zwischen 1979 und 1983 als Vorsitzender und von 1984 bis 1992 als stellvertretender Vorsitzender die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband erfolgreich gestaltete.
Außerdem verdanken wir ihm die Gründung einer Forschungsstelle im Jahr 1971. Innerhalb dieser publizierte er eine mehrbändige Bibliographie zur Sekundärliteratur zum UN-System, sowie eine Studie zu „Vereinte Nationen im Schulbuch“.
Auch die Einrichtung der Dag Hammarskjöld-Ehrenmedaille mit der dazu gehörenden Satzung wäre ohne ihn nicht denkbar gewesen.
Von 1988 bis 2006 war er Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission.


Akademische Laufbahn
Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und internationaler Politik in Genf, Berlin, Kiel, Stanford und Darmstadt war Naumann von 1966 bis 1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. In der Zeit entstanden mit seinem Kollegen und DGVN- Präsidiumsmitglied Prof. Dr. Klaus Hüfner zahlreiche Publikationen zu den Vereinten Nationen und bildungspolitischen Themen.
Der habilitierte Bildungsökonom hatte von 1993 bis zu seiner Emeritierung 2008 den Lehrstuhl für Bildungspolitik und Bildungsplanung am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaften der Wilhelms-Universität Münster inne. In seiner Lehre widmete Nauman sich Fragen der Akzeptanz und Rezeption der Arbeit der Vereinten Nationen innerhalb der Gesellschaft und vermittelte den Studierenden einen kritischen Blick auf die Probleme und Möglichkeiten der Vereinten Nationen innerhalb der Weltgemeinschaft.
Schon während seiner Schulzeit begann Naumann mit der Realisierung konkreter Entwicklungsprojekte in Afrika, insbesondere im Senegal. Diese Projekte setzte er im Rahmen von jährlich stattfindenden Studienreisen während seiner Zeit im Landesvorstand der DGVN und als Hochschulprofessor fort.

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