DGVN-Nachrichten

DGVN-Mitgliederreise nach New York

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im UN-Hauptquartier

Unter dem Titel „The United Nations – New Challenges, new World Order?“ fand vom 27. August bis zum 2. September eine DGVN-Mitgliederreise nach New York statt. Unter der Leitung von Patrick Rosenow, leitender Redakteur der Zeitschrift VEREINTE NATIONEN, nahmen insgesamt neun Teil­neh­merinnen und Teilnehmer aus allen Tei­len Deutschlands an der Reise zum UN-Hauptquartier teil. Ziel der Reise war es, sich über die aktuellen Entwicklungen bei den UN und ihren Mitgliedstaaten sowie NGOs zu informieren und darüber die DGVN-Mitgliedschaft sowie die deutsche Öffentlichkeit zu informieren. In fünf Tagen standen ins­ge­samt 25 Gesprächs­ter­mi­ne zu den Themen Friedenssicherung, Entwicklungszusammenarbeit und Menschenrechte auf dem Programm, u.a. bei den UN selbst, bei den stän­di­gen Ver­tre­tun­gen Deutsch­lands und den USA  sowie auch bei ein paar NGOs, wie unserer US-amerikanischen Partnerorganisation der UNA-USA, der WFUNA und Human Rights Watch und schließlich einem Think Tank – der International Crisis Group.

Haupt­the­ma der Reise waren die Reform­plä­ne des neu­en Gene­ral­se­kre­tärs Antó­nio Guter­res. Da er frü­her mal auf natio­na­ler Ebe­ne, als por­tu­gie­si­scher Minis­ter­prä­si­dent, aktiv war, wird ihm zuge­traut, er kön­ne sei­ne Ide­en auch umset­zen. So will er die Frie­dens­ope­ra­tio­nen, die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit und das eigentliche UN-Sekretariat straf­fer orga­ni­sie­ren. Man spricht von ca. 20 Pro­zent Stel­len­kür­zun­gen, zum Teil durch Out­sour­cing von Ver­wal­tungs­ein­hei­ten in ande­re Län­der. Bis Ende des Jah­res sol­len die Refor­men beschlos­sen werden.

Die Gruppe im Gespräch mit Achim Steiner, Leiter des UNDP

Kei­ne leich­ten Zei­ten auch für US-Diplo­ma­ten. Unter US-Präsident Donald J. Trump ist das Arbei­ten in der Stän­di­gen Ver­tre­tung der USA ganz anders als in vor­ge­hen­den US-Regierungen. Häu­fig müs­sen sie Aus­sa­gen ihres Chefs, vor allem via Twit­ter, inter­pre­tie­ren, kor­ri­gie­ren oder „neu ver­or­ten“. Unser Gesprächs­part­ner in der US-Ver­tre­tung wird nicht müde, zu beto­nen, dass die US-Außen­po­li­tik eigent­lich in sich „kon­sis­tent“ sei, die gro­ßen Lini­en wür­den bei­be­hal­ten. Die neue Ständige Vertreterin in der US-Ver­tre­tung, Nik­ki Haley, ehe­ma­li­ge Gou­ver­neu­rin von South Caro­li­na, hat sich im UN-Sys­tem schnell Freun­de gemacht, obwohl eine Redu­zie­rung der US-Finanz­bei­trä­ge für die Ver­ein­ten Natio­nen ange­dacht wird. Gleich­zei­tig genießt sie Ver­trau­en und Rück­halt in der Trump-Regierung.

Gute Noten innerhalb der UN erhält Deutsch­land für sein Enga­ge­ment in der Weltorganisation. Die Bundesrepublik habe in den letz­ten Jah­ren im Bereich der Ver­ein­ten Natio­nen immense Fort­schrit­te gemacht, was die Qualität ihrer Ein­brin­gun­gen und das Auf­tre­ten ihrer Reprä­sen­tan­ten angeht. Auch Achim Stei­ner, eben­falls Gesprächs­part­ner der Dele­ga­ti­on, ist ein Bei­spiel dafür. Als Lei­ter des UN-Ent­wick­lungs­pro­gramms (UNDP) ist er der derzeit rang­höchs­te Deut­sche inner­halb der Ver­ein­ten Natio­nen und kommt in der UN-Hier­ar­chie gleich nach dem Gene­ral­se­kre­tär und sei­ner Stell­ver­tre­te­rin, Ami­na Moham­med aus Nige­ria. Die Bewer­bung der Bun­des­re­pu­blik für einen nicht-stän­di­gen Sitz im Sicher­heits­rat für 2019/2020 scheint daher nur konsequent. Sie muss nach Auffassung der DGVN-Delegation jedoch noch mit mehr Themen und strategischen Vorstellungen unterfüttert werden.

Die DGVN-Mitgliederreise bestand aus einem intensiven Programm und vielen interessanten Gesprächspartnerinnen und -partnern. Die Erkenntnisse der letzten Woche wurden bereits und werden in der nächsten Zeit kontinuierlich veröffentlicht.

Weitere Informationen und Berichte sind hier zu finden: 
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Hinweis und Bericht im voraus der Reise 

Blick vom One World Trade Center auf Manhattan
Der UN-Sicherheitsrat

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