Presseinformationen

DGVN-Landesverband bedauert Aberkennung des Welterbestatus

Leipzig - Der Landesverband der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e. V. für die Länder Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt bedauert die in Sevilla durch die UNESCO getroffene Entscheidung, den Status des Dresdner Elbtals als Welterbe abzuerkennen. 

Mit großem Bedauern hat der Landesverband der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (LV DGVN) die Aberkennung des Welterbetitels Dresdens durch die UNESCO auf deren Jahrestagung im spanischen Sevilla zur Kenntnis genommen. Diese Entscheidung bedeutet einen schweren Schlag und großen Imageverlust für die Stadt Dresden, das Land Sachsen und ganz Deutschland. Der Landesverband hätte sich bei dieser Angelegenheit eine größere Kompromissbereitschaft der Stadt Dresden erhofft, um doch noch eine Verständigung herbeizuführen. Besonders beklagenswert ist nun die Tatsache, dass Dresden als weltweit erste Stadt den Weltkulturerbetitel abgesprochen bekommt.

Die Stadt Dresden, die in der Vergangenheit durch den Wiederaufbau der Frauenkirche, die positiven Stadtentwicklungen und jüngst durch den Besuch des US-Präsidenten Obama deutschland- und weltweit auf sich aufmerksam gemacht hat und jährlich mehrere  Millionen begeisterte Besucher in ihren Bann zieht, gerät nun nicht einmal fünf Jahre nach der Verleihung des Welterbetitels negativ in die Schlagzeilen. Das Politikum der Waldschlösschenbrücke, die „Brücken-Posse“*, so Sabine von Schorlemer (Deutsche UNESCO-Kommission), Professorin an der TU Dresden und Präsidiumsmitglied des DGVN Landesverbands, hat damit den traurigen Höhepunkt erreicht.

Die Entwicklung hat einen Schwachpunkt in der Welterbepolitik deutlich gemacht: eine Balance zwischen basisdemokratischen Entscheidungen, in Form des Bürgerentscheids der Dresdner, und den Ansprüchen und Pflichten des Welterbes scheint schwer zu erreichen. Der Vorgang zeigt auch, wie schwierig es ist, komplexe Fragen mit weitreichenden Auswirkungen mit einer einfachen "Ja/Nein"-Entscheidung zu beantworten. Der Fall Dresden wird für andere Welterbestätten eine Lehre sein, führt er doch vor Augen, dass der UNESCO-Status nicht nur ein schmückender Titel, sondern mit Verpflichtungen verbunden ist.. Nach der UNESCO-Konvention hätte die sächsische Landeshauptstadt „alles in ihren Kräften Stehende“ tun müssen, um das Welterbe zu erhalten, so Ulrich Fastenrath, Professor für Öffentliches, Europa- und Völkerrecht an der TU Dresden und Präsidiumsmitglied des DGVN Landesverbands. Stellt sich jedoch heraus, dass man nicht willens ist, die mit der Anerkennung des Titels einhergehenden Verpflichtungen zu erfüllen und die Stätte für die Zukunft zu bewahren, so bleibt am Ende nur der Rückschritt in die Welterbelosigkeit. Dresden wird von heute an mit dieser Blamage leben müssen.

(*Erschienen in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 51(2006)11, S. 1312–1315.)

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Über die DGVN und ihren Landesverband Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
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Mehr Informationen über die "Entscheidung zum Dresdner Elbtal" finden Sie in einem Kurzbericht auf der Internetseite der Deutschen UNESCO-Kommission.