DGVN-Nachrichten

"Am meisten zählt, dass humanitäre Hilfe wirksam Menschenleben rettet"

DGVN-Generalsekretärin Beate Wagner und Valerie Amos

Am 18. März 2014 lud die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN) junge Berufstätige, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende, die eine Tätigkeit im Bereich der Humanitären Hilfe anstreben oder bereits begonnen haben, zu einem Fachgespräch mit Valerie Amos, der Untergeneralsekretärin für Humanitäre Angelegenheiten und Nothilfekoordinatorin der Vereinten Nationen, ein.

Humanitäre Noteinsätze wie derzeit in Syrien und der Zentralafrikanischen Republik stellen die Vereinten Nationen vor große Herausforderungen. Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, soll das internationale humanitäre System weiter angepasst und modernisiert werden. Auf Initiative des Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (UN-OCHA) soll die Inklusivität und Interoperabilität gesteigert werden. Alle Akteure, die einen Beitrag zu den verschiedenen Aspekten der Vorsorge, der Reaktion, der Stärkung der Resilienz und der Nachsorge leisten können und möchten, sollen im Rahmen des UN-Weltgipfels für Humanitäre Hilfe 2016 in Istanbul zusammenkommen.
Die Vereinten Nationen wollen dabei mehr Gewicht auf wissenschaftliche Erkenntnisse, Innovation und Partnerschaften sowie auf den Ausbau von Kapazitäten, insbesondere auf lokaler Ebene, legen. Die betroffenen Länder sollen künftig stärker eingebunden werden. Der Gipfel soll eine Bestandsaufnahme des veränderten Umfelds vornehmen und eine Einigung darüber erzielen, auf welche Weise die humanitären Maßnahmen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet und ihnen angepasst werden können.

Unter dem Vortragstitel “Humanitarian Trends and Challenges - Approaching the World Humanitarian Summit 2016” betonte Valerie Amos, dass die Weltbevölkerung heutzutage multinationalen Organisationen erfreulicherweise mehr Beachtung schenke, was jedoch auch notwendig sei, da der Bedarf an humanitärer Hilfe immer größer werde. Die Ursache dafür liege in Konfliktsituationen, der steigenden Armut und dem Klimawandel. Humanitäre Hilfe sei daher in größerem Umfang als je zuvor dringend erforderlich.

Amos forderte alle Akteure, die diversen UN-Organisationen, die Staaten und NGOs zu einer viel integrativeren Arbeitsweise auf, die zu Stabilität und Sicherheit führe. Am meisten zähle, dass humanitäre Hilfe wirksam Menschenleben rette. Sie sprach außerdem von einem Umdenken in der humanitären und der Entwicklungshilfe: es würde nicht mehr von einem Nord/Süd- oder West/Ost-Unterschied gesprochen, sondern vom „uns“ und von den Menschen, um die es geht.

„Die Menschen müssen realisieren, dass ihr Engagement etwas verändern kann.“ , ermutigte Valerie Amos die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und gab Denkanstöße dazu, wie sie sich engagieren und mitwirken können.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten Fragen an Valerie Amos und informierten sich über Möglichkeiten, sich zu engagieren.