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Am Abfall verdienen und Klimaschutz betreiben

Zwei Männer zerkleinern pflanzlichen Abfall

„Biocomp Nepal“ verarbeitet organische Abfälle zu Kompost und leistet dadurch auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Foto: Myclimate

Es stinkt nicht mehr zum Himmel in Kathmandu. Denn die stinkenden Abfallberge verschwinden schrittweise. 70 Prozent der Abfälle der Hauptstadt Nepals sind organischer Natur und bestehen u.a. aus den Abfällen der Gemüsemärkte. 2011 eröffnete das Unternehmen „Biocomp Nepal“ eine Pilotanlage, um aus diesen organischen Abfällen wertvollen Kompost zu erzeugen. Die ersten Erfahrungen waren so positiv, dass sich weitere Anlagen im Bau befinden. Der Kompost erfüllt die internationalen Qualitätsstandards bezüglich der Nährstoffhaltigkeit.

Außerdem entsteht durch den Einsatz von Zersetzungsorganismen bei der Umwandlung von Biomasse in Kompost im Gegensatz zum Verrotten der Abfälle auf einer Deponie kein klimaschädliches Methangas. Auch bedeutet der Übergang der Bauern vom chemischen Dünger zu natürlichem Kompost einen Beitrag zum Klimaschutz. Dies hat das internationale Netzwerk „Myclimate“ dazu veranlasst, dieses Vorhaben zu beraten und zu unterstützen. „Myclimate“ gehört zu den weltweit führenden Anbietern von freiwilligen Kompensationsmaßnahmen. Die Gelder, die Unternehmen und Einzelpersonen als Ausgleich für klimaschädliche Emissionen zahlen, werden von „Myclimate“ in Klimaschutzprojekte wie das Kompostprojekt in Nepal investiert.

Erfolgsgeschichten aus vielen Ländern

Die Zusammenarbeit von „Biocomp Nepal“ und „Myclimate“ ist so erfolgreich, dass das UN-Klimasekretariat UNFCCC das Vorhaben als eines von weltweit neun „Leuchtturmprojekten 2012“ ausgezeichnet hat. Diese Projekte hat UNFCCC nun in einer umfangreichen Broschüre mit dem Titel „Momentum for Change Activities“ (pdf, 11 MB) vorgestellt. Kelly Rigg, die das Beratungsgremium leitete, das die Projekte auswählte, schreibt im Vorwort der Broschüre: „Wir müssen auch die Erfolgsgeschichten erzählen, wo sich positive Veränderungen zeigen lassen und wo Bewegung in die richtige Richtung geht. Wir müssen Menschen inspirieren, sich zusammenzutun, indem wir ihnen zeigen, was möglich ist.“

Ausgewählt wurden Projekte, die Arme in städtischen Gebieten in Entwicklungsländern in den Mittelpunkt gestellt haben und die entweder einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel oder zur Vermeidung klimaschädlicher Emissionen leisten. Sie fördern gleichzeitig die Verbesserung des Lebens des ärmsten Teils der Bevölkerung, sind anderswo wiederholbar und beruhen auf einer privat-öffentlichen Zusammenarbeit.

Fotostrecke Leuchturmprojekte

Unter den ausgewählten Projekten sind ebenso große Vorhaben wie die ökologisch ausgerichtete Effizienzerhöhung des Busverkehrs in der chinesischen Millionenstadt Guangzhou wie lokale Programme wie die Unterstützung dörflicher Gemeinschaften in Namibia bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels zum Beispiel durch kleine wassersparende Bewässerungssysteme. Ausgezeichnet wurde auch ein Vorhaben in Peru, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Energieeffizienz bei der Ziegelherstellung zu erhöhen.

50 Tonnen Kompost am Tag

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