UN-Aktuell Rassismus

18. Juli: Internationaler Nelson Mandela-Tag

Das Foto zeigt Nelson Mandela am Rednerpult der UN-Generalversammlung

Nelson Mandela vor der UN-Generalversammlung 1994 als südafrikanischer Staatspräsident. Foto: UN Photo/Pernaca Sudhakaran

Seit 2009 begeht die internationale Gemeinschaft am 18. Juli, dem Geburtstag Nelson Mandelas, ihm zu Ehren einen Gedenktag. Damit hebt sie seine große Rolle „im Kampf für die Befreiung und die Einheit Afrikas“ hervor und ehrt seinen Beitrag zu einer weltweiten Kultur des Friedens und der Freiheit.

Nelson Mandela, ehemaliger Staatspräsident Südafrikas, ist ein weltweites Symbol für gewaltfreies Streben nach Freiheit und für Versöhnung. Dafür setzte er sich jahrzehntelang nicht nur in seinem eigenen Land, sondern auch auf dem gesamten afrikanischen Kontinent ein. In seiner diesjährigen Botschaft zum Internationalen Nelson Mandela-Tag gratulierte Ban Ki-moon dem im Krankenhaus liegenden Mandela zum 95. Geburtstag und übermittelte ihm Genesungswünsche. 

1918 wurde Mandela in einem Dorf in Südafrika geboren und kämpfte seit den 1940ern gegen die politische, soziale und wirtschaftliche Ungleichheit zwischen der weißen und schwarzen Bevölkerung in Südafrika. Schnell entwickelte er sich zu einem der führenden Widersacher der nach 1948 eingeführten Apartheidspolitik. Nach mehreren Prozessen wurde er schließlich 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt, aus der er erst 1990 nach massivem internationalen Druck wieder entlassen wurde. Sofort setzte Mandela sich für Versöhnung und die Aufhebung des Apartheidregimes ein, wofür er 1993 zusammen mit dem damaligen Staatspräsidenten Frederik de Klerk den Friedensnobelpreis erhielt. Bei den ersten demokratischen Wahlen in Südafrika 1994 bekam seine Partei ANC die absolute Mehrheit; Mandela wurde zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas ernannt und behielt das Amt bis 1999 inne. Danach trat er weiterhin in der Öffentlichkeit auf, zuletzt auf der Schlussfeier der Fussballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika. 2011 zog er sich schließlich zurück in sein Heimatdorf. Seit über einem Monat liegt er im Krankenhaus in Pretoria und befindet sich in einem sehr kritischen Gesundheitszustand. Am Donnerstag ist sein 95. Geburtstag.

“Präsident Mandela verkörpert eben jene Kultur des Friedens, für die sich die Vereinten Nationen einsetzen."
Präsident der UN-Generalversammlung 2012 Nassir Abdulaziz Al-Nasser

Für die Vereinten Nationen verkörpert Nelson Mandela „eine Säule des Friedens, der Gerechtigkeit und des gewaltfreien Engagements“ (Nassir Abdulaziz Al-Nasser, Präsident der UN-Generalversammlung 2012). Mit diesem Gedenktag, dem einzigen von der UN ausgerufenen Internationalen Tag für eine bestimmte Person, ehren sie sein „Engagement zum Wohle der Menschheit in den Bereichen Konfliktbeilegung, Rassenbeziehungen, Förderung und Schutz der Menschenrechte, Aussöhnung, Gleichstellung der Geschlechter und Rechte der Kinder und anderer schutzbedürftiger Gruppen sowie bei der Besserstellung armer und unterentwickelter Gemeinwesen“ (Resolution A/RES/64/13). 

"Einer der Großen unserer Zeit, der die höchsten Werte der Menschlichkeit verkörpert."

Ban Ki-moon, 2013

Der Einsatz der UN gegen Apartheid

Die UN-Generalversammlung hat sich selbst seit ihrer Anfangszeit aktiv gegen das südafrikanische Apartheidsregime eingesetzt, indem sie beispielsweise Sanktionen gegen das Land anregte oder Konferenzen zu Apartheid organisierte. 1989 wurde auf einer Sondertagung einhellig die „Erklärung über Apartheid und deren zerstörerische Folgen im südlichen Afrika“ angenommen. Zwischen 1776 und 1991 existierte zudem das UN Centre Against Apartheid. Mandela sprach zum ersten Mal vor dem Sonderkomitee gegen Apartheid der Vereinten Nationen nach seiner Freilassung am 22. Juni 1990. Als gewählter Staatspräsident hielt er am 3. Oktober 1994 eine Rede vor der UN-Generalversammlung.   

 

Aktion 'Take Action! Inspire Change'
Nelson Mandela hat sich 67 Jahre seines Lebens für das öffentliche Wohl eingesetzt. Deshalb rufen die Vereinten Nationen gemeinsam mit der Nelson-Mandela Stiftung jeden Menschen dazu auf, am Donnerstag mindestens 67 Minuten für gemeinnützliche Zwecke aufzubringen. So wird beispielsweise die Belegschaft des UN-Hauptsitzes in New York den Hurrikanopfern des letzten Jahres beim Wiederaufbau helfen. Die südafrikanische Botschaft in Berlin hat angekündigt, unter dem Motto „Umwelt und Nachhaltigkeit“ im Berliner Tiergarten zu arbeiten.

 

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon: Erklärung zum Nelson-Mandela-Tag 2013 (deutsch) (englisch)

Weitere Aktivitäten zum Internationalen Nelson-Mandela-Tag

Offizielle UN-Webseite zum Internationalen Nelson-Mandela-Tag

 

Katharina Eimermacher

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