Die Preisträger*innen 2013

Die Gewinner des Jugendfriedenspreises 2013: Zugvögel e.V.
Die Gewinnergruppe Zugvögel e.V. © DGVN-Landesverband Baden-Würtemberg

Nachdem der Preis erstmals 2012 vergeben wurde, entwickelte das Organisationsteam ein neues Konzept. Nun können auch Schulen und Universitäten soziales Engagement mit dem DGVN Jugend-Friedenspreis würdigen. Die ersten Preisträger der schul- und universitätsinternen Ausschreibungen wurden bereits im April und Mai ausgezeichnet.
An der Freien Waldorfschule Markgräflerland in Müllheim wurde der DGVN Jugend-Friedenspreis auf dem Frühlingsfest der Schule an Jana Schäfer überreicht. Sie ist ehrenamtlich in der Erlebnispädagogik tätig und betreut während der Schulferien Jugend- und Kindergruppen. Über die Vergabe des Preises entschieden Schüler*innen verschiedener Klassenstufen.
Zudem wurde an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg die Studierendeninitiative Zugvögel e.V. mit dem DGVN Jugend-Friedenspreis ausgezeichnet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Menschen aus außereuropäischen Ländern einen einjährigen Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen.

Initiative Schlüsselmensch (aus Freiburg)

Die Initiative Schlüsselmensch ist eine Gruppe von Jugendlichen, die sich für Flüchtlinge aus dem Asylwohnheim St. Christoph einsetzen, indem sie Patenschaften zwischen jungen Menschen und Kindern aus dem Asylwohnheim vermitteln und teilweise auch selbst Patenschaften übernehmen. Die Paten und Patinnen sind daher Teil dieser Gruppe, auch wenn sie keine Organisationsarbeit übernehmen. Sie werden durch "Patenschaftskoordinatoren" betreut.
Die Arbeit ist ehrenamtlich, wird jedoch von der Wilhelm Oberle-Stiftung gefördert, sodass den Patinnen (im Moment sind es anscheinend nur Patinnen) bei ihrem Engagement keine Kosten entstehen. Die Paten und Patinnen werden in Zusammenarbeit mit dem Heim ausgewählt und - falls sich eine passende Patenschaft ergibt - in ausführlichen Gesprächen darauf vorbereitet. Die Werbung um neue Paten bzw. vielmehr Patinnen ist sehr erfolgreich. Seit der Gründung im Jahr 2011 sind 20 Patenschaften vermittelt worden.
Ziel ist es, die Kinder näher an unsere Gesellschaft heranzuführen und ihnen in Zukunft eine Chance auf Teilhabe zu geben. Die ehrenamtlich arbeitenden Patinnen verbringen jede Woche 2-6 Stunden mit ihrer Patenschaft. Sie sind für die Patenkinder gleichzeitig Ansprechpartnerin, Vorbild, Lehrerin und Freundin. Neben Freizeitgestaltung z.B. Spielplatz, Kino, Fußball, ... helfen die Patinnen vor allem im schulischen Bereich oder bei Bedarf auch den Familienmitgliedern bei behördlichen Schreiben oder Arztbesuchen.

Rock Your Life! Freiburg

Der Verein Rock Your Life! Freiburg wurde im Mai 2010 von Studierenden der Albert-Ludwigs-Universität und der Pädagogischen Hochschule gegründet. Freiburg war damit einer der ersten Standorte der deutschlandweiten Rock Your Life! Vereine. Gefördert wird dieses Projekt von der Wilhelm Oberle-Stiftung.
Rock Your Life! Freiburg setzt sich in Freiburg und Umgebung durch Zusammenarbeit mit Partnerschulen (Haupt- und Realschulen) für Bildungsgerechtigkeit ein, indem es ehrenamtliche Tandems zwischen Studierenden und Schüler*innen vermittelt. Seit Bestehen wurden bereits 80 Partnerschaften vermittelt. Um die Arbeit immer weiter zu verbessern und die Abbruchquote bei Tandempartnerschaften zu verringern, gibt es einen Erfahrungsaustausch mit anderen sozialen Projekten.
Diese Partnerschaften verbessern das Verständnis zwischen verschiedenen sozialen Gruppen, helfen Vorurteile abzubauen und bieten handfeste Unterstützung für Jugendliche, die aus sozial benachteiligten Verhältnissen stammen. Ziel der Tandems ist, das Selbstwertgefühl der Schüler*innen durch Gespräche, Rollenspiele und gemeinsame Freizeitaktivitäten zu fördern. Auf diese Weise werden sie sich ihrer eigenen Qualitäten bewusster und lernen, wie sie ihre Talente und Stärken einsetzen und weiter fördern können.
Um die Schüler*innen auch im Hinblick auf die berufliche Zukunft zu unterstützen, helfen die Studierenden bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen wie auch bei der Vorbereitung für Vorstellungsgespräche und sind Ansprechpartner für berufliche Pläne. Das Rock Your Life! Programm kooperiert zudem mit Unternehmen, die den Schüler*innen Praktikums- und Ausbildungsplätze anbieten.

Die Preisträger*innen 2012

Gewinner des DGVN-Jugendfriedenspreises 2012: Niklas Zollinger (14) und Christella Langen (17) von der UNICEF-Juniorbotschaftergruppe Lörrach
Stellvertretend für die UNICEF-Juniorbotschaftergruppe Lörrach nahmen Niklas Zollinger (14) und Christella Langen (17) den Preis entgegen. Foto: DGVN/Keller

UNICEF-Juniorbotschafter Lörrach

Die im Jahr 2007 gegründete Gruppe hat mittlerweile 36 Mitglieder. Ihr erstes Projekt „Türen öffnen für eine bessere Welt“ war ein karitativer Adventskalender. Der Erlös kam Kindern in Afrika zugute. Es folgten weitere Aktionen, mittlerweile sind sie eine feste Institution in Lörrach. Verewigt haben sich die UNICEF-Juniorbotschafter in ihrem 2008 gepflanzten Kinderrechtsbaum, welcher die Einhaltung von Kinderrechten in Erinnerung rufen soll. Außerdem organisierten sie ein Kinderrechtsfest mit 2500 Teilnehmern, eine Kinderrechtszeitung, einen Fotowettbewerb unter dem Motto „Gesichter für Gerechtigkeit“. Den DGVN Jugend-Friedenspreis erhielt die Gruppe sowohl für ihr Engagement für Kinderrechte als auch ihre Bemühungen um eine intakte und saubere Umwelt.

Preisträgerinnen des DGVN-Friedenspreises 2012: Luisa Denkel und Clara Debour von der Studierendeninitiative Weitblick e.V
Luisa Denkel und Clara Debour von der Studierendeninitiative Weitblick e.V wurden stellvertretend für die Gruppe geehrt. Foto: DGVN/Keller

Weitblick e.V.

Den zweiten Preis erhielt die Freiburger Gruppe der Studierendeninitiative Weitblick e.V. Die Studierenden besuchen regelmäßig ein Asylheim in Freiburg. Dort spielen sie mit den Kindern, helfen beim Übersetzen von behördlicher Post, unterstützen die Menschen bei Behördengängen oder der Wohnungssuche. Außerdem haben sie eine Deutschstunde für Familien eingeführt, um ihnen die Ankunft in Deutschland zu erleichtern. Der Verein blickt ganz bewusst in die Zukunft. Seine Mitglieder geben sich nicht mit dem Hier und Jetzt zufrieden, sondern blicken weiter. Sie wird vor allem für die Arbeit mit Menschen ausgezeichnet, die häufig keine eigene Stimme haben und aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt werden.