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Große Klimainitiativen kleiner Länder

Der Slogan wird von einer Welle umspült

Das Motto des Welt-Umwelttages 2014 lautet: „Raise Your Voice, Not the Sea Level!” (Erhebt Eure Stimme, nicht den Meeresspiegel!)

„Kleine Inselstaaten besitzen ein gemeinsames Verständnis davon, dass wir unseren Planeten auf einen nachhaltigen Weg bringen müssen. Dies erfordert ein Engagement in allen Bereichen der Gesellschaft in allen Ländern. Am Welt-Umwelttag beteiligen sich Millionen Menschen, örtliche Gruppen und Unternehmen überall auf der Welt an lokalen Projekten – von Reinigungskampagnen über Kunstausstellungen bis zu Baumpflanzaktionen. In diesem Jahr fordere ich alle auf, über die bedrängte Situation der kleinen Inselentwicklungsländer nachzudenken und sich inspirieren zu lassen von ihren Anstrengungen, sich dem Klimawandel entgegenzustellen, die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und für eine nachhaltige Zukunft zu arbeiten.“

Dies schreibt UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in einer Botschaft zum Welt-Umwelttag am 5. Juni 2014. Das diesjährige Motto lautet: „Raise Your Voice, Not the Sea Level!” (Erhebt Eure Stimme, nicht den Meeresspiegel!).

Der Welt-Umwelttag wird jedes Jahr am 5. Juni in Erinnerung an die Eröffnung der wegweisenden UN-Konferenz zum Schutz der Umwelt in Stockholm am 5. Juni 1972 begangen. Die Informationen zum jeweiligen Thema werden vom UN-Umweltprogramm UNEP zusammengestellt und sind auch online verfügbar.

Der diesjährige geografische Schwerpunkt erklärt sich daraus, dass die Vereinten Nationen 2014 zum „Internationalen Jahr der kleinen Inselentwicklungsländer“ erklärt haben und dass diese Länder besonders hart von den Folgen des globalen Klimawandels betroffen sind. Christiana Figueres, die Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats UNFCCC, hebt hervor: „Die kleinen Inseln haben eine führende Rolle im Rahmen des UN-Rahmenabkommens über Klimaänderungen und dies sowohl moralisch als auch praktisch, indem sie die Nationen an die Risiken und die gemeinsame Verantwortung erinnern, zu handeln und dabei ein ambitioniertes nationales und internationales Vorgehen zu erreichen.“

Barbados: Mit viel Energie für eine nachhaltige Energieerzeugung

Dass im Mittelpunkt des Welt-Umwelttages 2014 der karibische Staat Barbados steht, ist kein Zufall. Die Nation von nur 430 Quadratkilometern Größe mit einer Bevölkerung von 270.000 Menschen hat eine führende Rolle bei der Verwirklichung des Konzepts einer grünen Wirtschaft übernommen. Barbados ist nur für minimale klimaschädliche Emissionen verantwortlich, bekommt aber die Folgen der globalen Erwärmung auf vielfältige Weise zu spüren. Eine zunehmende Zahl von Extremwetterereignissen und der steigende Meeresspiegel bedrohen nicht zuletzt die führenden Wirtschaftszweige Tourismus und Zuckerrohranbau. 

Blick vom Wasser auf eine Stadt mit Brücke und Palmen
Barbados richtet den diesjährigen Welt-Umwelttag der Vereinten Nationen aus. Foto: UNEP

Barbados will bis 2029 mindestens 29 Prozent seines Elektrizitätsbedarfs mit erneuerbarer Energie decken, wobei Solarenergie eine zentrale Rolle spielt. So nimmt das Land eine führende Position in der Karibik bei der Installation von Solarsystemen für die Warmwasserbereitung ein. Mehr als 35.000 Anlagen gibt es mittlerweile, unterstützt vom UN-Entwicklungsprogramm UNDP (mehr Informationen zu diesem Programm finden Sie in der Zeitung „Eine-Welt-Presse“ der DGVN zum Thema „Globale Grüne Wirtschaft“).

Achim Steiner, der UNEP-Exekutivdirektor, betont die Vorreiterrolle von Barbados auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung: 

„Der Übergang von Barbados zu einer grünen Wirtschaft eröffnet Möglichkeiten, um das natürliche Kapital dafür zu nutzen, die Wirtschaft zu diversifizieren, die Effizienz der Ressourcennutzung zu erhöhen und die Ziele der Armutsverminderung und der nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen. So besteht ein enorm großes Potenzial für eine grüne Entwicklung der Sektoren Landwirtschaft, Fischerei, Transport und Tourismus. Barbados demonstriert seinen politischen Willen zum Übergang zu einer grünen Wirtschaft sowohl durch seine Politik als auch durch sein Engagement gemeinsam mit dem UN-Umweltprogramm als Ausrichter des Welt-Umwelttages.“ 

Die erneuerbare Energie vermindert nicht nur die klimaschädlichen Emissionen, sondern auch den Bedarf von Barbados an teuren Mineralölimporten zum Betrieb von Kraftwerken. Der Solarboom schafft zudem Arbeitsplätze in der Produktion und bei der Installation der Anlagen. Die Regierung fördert sowohl diese Industrie als auch ihre Kunden durch Steuererleichterungen.

Ergänzend dazu werden beispielhaft auf Regierungsgebäuden Solarpanele zur Elektrizitätserzeugung installiert. Dass in der historischen Stadt Bridgetown die Straßenbahnen mit Solarstrom fahren, hat diese zu einer Touristenattraktion gemacht. Dies sind Beispiele dafür, wie die Regierung von Barbados mit Beratung und Unterstützung durch das UN-Umweltprogramm systematisch den breit angelegten Übergang zu einer grünen Wirtschaft betreibt. 

H.E. Freundel Stuart, Premierminister von Barbados, schreibt in einer Botschaft zum 5. Juni: „Am Welt-Umwelttag erheben wir erneut gemeinsam die Stimmen der ‚Small Island Development States‘, indem wir ein stärkeres und konkreteres politisches Handeln und solche Lösungen fordern, die nicht nur die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel erhöhen, sondern auch Wohlstand für unsere Inselnationen ermöglichen.“

Informationen zum Welt-Umwelttag

Eine Broschüre zum Welt-Umwelttag (pdf-Datei auf Englisch) kann auf der UNEP-Website heruntergeladen werden. 

In Deutschland wurde für den Welt-Umwelttag 2014 das Motto „Natur ganz nah - gut leben in der Stadt“ gewählt (siehe Informationen auf der Website des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit - BMUB). Hierzu werden in vielen Städten Aktionen durchgeführt. 

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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