UN-Aktuell

„Hauptmann-Mbaye-Diagne-Medaille für außergewöhnliche Tapferkeit‟ vom UN-Sicherheitsrat gestiftet

UN-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über die Annahme der Resolution

UN-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über die Resolution (UN Photo/Devra Berkowitz)

Der UN-Sicherheitsrat beschloss in seiner Resolution 2154 am 8. Mai 2014, eine neue Ehrenmedaille für außergewöhnliche Tapferkeit zu stiften. Sie trägt den Namen des senegalesischen Hauptmanns Mbaye Diagne, der in der Hilfsmission der Vereinten Nationen für Ruanda (UNAMIR) während des Völkermords von 1994 tätig war und Hunderte von Ruandern vor dem Tod bewahrte.

Anlässlich des 20. Gedenkens an den Völkermord in Ruanda widmete die DGVN die Ausgabe 02/2014 der Zeitschrift VEREINTE NATIONEN dem Thema "Lehren aus Ruanda 1994". Der erste Beitrag, verfasst von Manfred Eisele, Generalmajor a.D., weist auf diesen Helden hin:

Mutiger Hauptmann

Angesichts vieler Vorwürfe an die Adresse der Vereinten Nationen aufgrund ihres Verhaltens in Ruanda erscheint es angebracht, auf das Beispiel eines Blauhelm-Soldaten hinzuweisen, das höchsten Respekt verdient: Hauptmann Mbaye Diagne aus Senegal war als Militärbeobachter bei der UNAMIR. Er erfuhr unmittelbar von der Ermordung der Ministerpräsidentin Uwilingiyimana und wusste, dass ihre fünf Kinder in höchster Lebensgefahr waren. Deshalb versteckte er sie sofort in seiner Unterkunft, ehe er ihre Evakuierung organisieren konnte. Unter Einsatz seines Lebens rettete er zahlreiche andere Menschen, unter ihnen nicht nur Tutsi, sondern auch Hutu und Weiße. Unbewaffnet stellte er sich Macheten schwingenden Mördern in den Weg und verließ sich auf sein Verhandlungsgeschick. Durch eine Mörsergranate kam er ums Leben.

Quelle: Henry Kwami Anyidoho, Guns Over Kigali: the Rwandese Civil War–1994
(A Personal Account), Accra 1997.

Den ganzen Artikel können Sie hier nachlesen.

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