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Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.

DGVN-Newsletter März 2016

 

Inhalt

Sehr geehrte Damen und Herren,

im vergangenen Jahr setzte sich die internationale Staatengemeinschaft mit Abschluss des Pariser Klimaabkommens und der Einigung auf die Agenda 2030 ambitionierte Ziele für die Zukunft. Nach diesem Jahr des politischen Handelns muss 2016 jetzt ein "Jahr der Umsetzung" werden, wie Thomas Schieb, Leiter der politischen Abteilung der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen, bei einem DGVN-Mittagsgespräch am 17. März 2016 erklärte.

Als DGVN verstehen wir uns als ein Kompetenzzentrum für die Vereinten Nationen in Deutschland und begleiten diese Prozesse, aber auch andere wichtige Entwicklungen im UN-System. So wählt die UN-Generalversammlung im Herbst eine neue Generalsekretärin oder einen neuen Generalsekretär. Erstmals in der UN-Geschichte soll es einen transparenteren Auswahlprozess geben, in welchem sich Bewerberinnen und Bewerber ab April 2016 in öffentlichen Anhörungen den Fragen der Mitgliedsstaaten stellen und auch Fragen aus der Zivilgesellschaft beantworten müssen.

Kurz vor Ende seiner Amtszeit besuchte der scheidende UN-Generalsekretär Ban Ki-moon Anfang März 2016 Deutschland. Sein Besuch in Bonn markierte den Beginn der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum der Stadt als UN-Standort. Im Laufe des Jahres werden zahlreiche Veranstaltungen folgen, an denen sich auch die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen beteiligen wird.

Im Generalsekretariat der DGVN hat es seit Jahresbeginn einige personelle Veränderungen gegeben. Im Februar trat Dr. Lisa Heemann ihr Amt als neue Generalsekretärin der DGVN an. Wir stellen sie, ebenso wie Oliver Hasenkamp und Sylvia Schwab, am Ende dieses Newsletters kurz vor.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

Ihre Online-Redaktion

 
 
 
 

Veranstaltungen

6. UN-Forschungskolloquium

Die Vereinte Nationen und nichtstaatliche Akteure

Vom 22. - 24. April 2016 findet in Kiel das 6. Forschungskolloquium der AG Junge UN-Forschung in der DGVN zum Thema "Die Vereinte Nationen und nichtstaatliche Akteure" statt. 

Potsdamer UNO-Konferenz 2016

Der Forschungskreis Vereinten Nationen lädt zur Potsdamer UNO-Konferenz zum Thema "Die Rolle der Vereinten Nationen in der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit" ein.

"Protection Workshop" der AG Junge UN-Forschung

Vom 15. - 17. Juli 2016 veranstaltet die AG Junge UN-Forschung in der DGVN einen englischsprachigen Workshop zum Thema "Schutz" in Braunschweig.

 
 

UN-Aktuell

Reform zur Wahl einer Generalsekretärin oder eines Generalsekretärs

Der Präsident der Generalversammlung Mogens Lykketoft hat angekündigt, im Rahmen des Auswahlverfahrens für den nächsten UN-Generalsekretär eine Reihe „informeller Dialoge“ zur Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für die Nachfolge von Ban Ki-moon durchzuführen. Der erste informelle Dialog mit der Generalversammlung wird vom 12. bis 14. April 2016 stattfinden. Die DGVN begleitet den Prozess mit Beiträgen in den kommenden Wochen und Monaten auf ihrer Webseite.

Eine Zwischenbilanz: 50 Jahre UN-Entwicklungsprogramm UNDP

Im Jahre 1966, also vor 50 Jahren, wurde das UN-Entwicklungsprogramm UNDP gegründet. Seitdem kommt ihm eine zentrale Rolle bei der Verwirklichung der Vision zu, extreme Armut zu bekämpfen und ein Leben in Frieden und Würde für alle zu ermöglichen. Seit der Gründung des Programms bildet die Koordination des gesamten UN-Entwicklungsengagements einen Arbeitsschwerpunkt. Daneben bietet UNDP Entwicklungsländern auf vielen Gebieten Beratung, Aus- und Fortbildung sowie Unterstützung bei zahlreichen Projekten und Programmen an.

Hoher Besuch in der Welthauptstadt der Nachhaltigkeit

Mit einem Besuch in Bonn eröffnete UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am 8. März 2016 die diesjährigen Feierlichkeiten zum zwanzigjährigen Bestehen des deutschen UN-Standorts. Auf Deutsch begrüßte er geladene Gäste und Medienvertreter mit den Worten „Ich freue mich sehr, Deutschland und die Bundesstadt wieder besuchen zu können.“ Er erinnerte an die Anfänge der Vereinten Nationen in Bonn, als die damalige Bundesumweltministerin Angela Merkel seinem Amtsvorgänger Boutros Boutros-Ghali die Schlüssel für das Haus Carstanjen übergeben hatte.

Boutros Boutros-Ghali (1922-2016)

Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen trauern um Boutros Boutros-Ghali, der am 16. Februar 2016 in Kairo verstorben ist. In den Würdigungen wird deutlich, dass der sechste Generalsekretär der Weltorganisation in einer äußerst schwierigen Phase nach dem Ende des Kalten Krieges sein Amt antrat.

"Pünktlich und vollständig" – Theorie und Praxis klaffen deutlich auseinander

Alle Jahre wieder wird eine sogenannte "Ehrenliste" (Honour Roll) veröffentlicht, auf der diejenigen Mitgliedstaaten aufgeführt werden, welche ihren Beitrag zum ordentlichen Haushalt der Vereinten Nationen pünktlich und vollständig gezahlt haben. Eigentlich sollten nach den Vorschriften der UN-Finanzordnung alle Mitgliedstaaten ihren Jahresbeitrag innerhalb von 30 Tagen nach der Aufforderung durch das UN-Generalsekretariat gezahlt haben. Wie schon in den Vorjahren klaffen dabei Theorie und Praxis jedoch deutlich auseinander.

Die Vereinten Nationen und der schwere Weg zum Frieden in Syrien

Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs Ende März 2011 sind nach Angaben der Vereinten Nationen über 250.000 Menschen gestorben. Über elf Millionen Syrer sind innerhalb und außerhalb des Landes auf der Flucht. Doch zuletzt gab es Anzeichen, die vorsichtigen Optimismus erlauben. Ende Februar wurde von den Vereinigten Staaten von Amerika und Russland ein Waffenstillstand zwischen der Assad-Regierung und der Opposition verhandelt. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen begrüßte diese Vereinbarung. Es ist nicht der erste Versuch der Vereinten Nationen, den Krieg in Syrien zu beenden oder wenigstens das Leid der Bevölkerung zu mindern. Ein Rückblick.

Drogenbekämpfung: Keinen Krieg führen, sondern die Menschenrechte achten

Der "International Narcotics Control Board" (INCB) hat das Thema "Gesundheit und Wohlergehen der Menschheit" zum Thema seines "Berichts 2015" gemacht, der am 2. März 2016 in Berlin präsentiert wurde. Im Bericht wird für eine flexible Reaktion auf rechtswidriges Verhalten plädiert. Prävention, Erziehung, Therapie, Rehabilitation und soziale Reintegration werden als Alternative zu Verurteilung und Bestrafung von Drogenabhängigen angesehen.

Schutz von Whistleblowern: weltweit und UN-intern

Ein UN-Bericht zum Umgang von Staaten und internationalen Organisationen mit Informationsquellen von JournalistInnen und Öffentlichkeit sowie Whistleblowern kommt zu dem Schluss, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung in diesem Kontext, besonders mit Verweis auf vermeintliche nationale Sicherheitsaspekte der Mitgliedstaaten, nicht ausreichend geschützt wird. Effektive rechtliche Schutzmechanismen sind oft nicht vorhanden und Meinungsfreiheit droht so in einer Kultur des Schweigens unterzugehen.

Nachrichten

Jugenddelegierte zur UN-Generalversammlung 2016

Die Jugenddelegierten zur UN-Generalversammlung 2016 heißen Katharina Buch und Eric Klausch. Die 23-jährige Katharina Buch studiert in Berlin "Public Governance". Sie engagiert sich bei der Naturschutzjugend und ist seit 2014 Bundesjugendsprecherin des größten deutschen Jugendumweltverbandes. Eric Klausch ist 22 Jahre alt und studiert an der Universität Lüneburg das "Studium Individuale" mit den Schwerpunkten Wirtschaft, Sozialpsychologie, Ethik und Industrietechnik. Eric ist seit vielen Jahren ehrenamtlich aktiv und hat die Initiative "POWER ON" gegründet. Katharina und Eric werden im Sommer auf Deutschlandtour gehen, auf der sie Forderungen und Themen von Jugendlichen in Deutschland sammeln, um sie im Oktober bei der Generalversammlung einzubringen. Träger des Programms sind die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen und das Deutsche Nationalkomitee für Internationale Jugendarbeit.

DGVN-Journalistenreise nach Jordanien/Libanon

Um einen Beitrag zu einem differenzierteren Bild über die weltweiten Aufgaben und Herausforderungen der Vereinten Nationen zu leisten, bietet die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) in regelmäßigen Abständen Informations- und Recherchereisen für Journalistinnen und Journalisten an. Die nächste Reise führt Ende Mai nach Jordanien und Libanon und bietet hervorragende Anschauungsmöglichkeiten für die Aufgaben der internationalen Gemeinschaft insbesondere im Bereich der Unterstützung von Flüchtlingen.

 
 

Publikationen

Zeitschrift Vereinte Nationen (Heft 1/2016)

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) kontrolliert weite Gebiete in Syrien und Irak. Neben menschlichem Leid verantwortet der IS die Sprengung antiker Bauwerke, wie zum Beispiel in der antiken Oasenstadt Palmyra. In Ausgabe 1/2016 zeigt Sabine von Schorlemer auf, inwieweit die gezielte Zerstörung von Kulturerbe sich zu einem Gegenstand der UN-Sicherheitspolitik entwickelt hat. Helmut Volger zeichnet die Entwicklungen des Verfahrens zur Wahl des Generalsekretärs der Vereinten Nationen nach; Cordula Meyer Mahnkopf arbeitet die Beziehungen Myanmars zu den UN auf. Anhand von Fallbeispielen beschreibt Martin Pabst, inwiefern die Vereinten Nationen an Entkolonialisierungsprozessen beteiligt waren; Oliver Hasenkamp analysiert, wie sich pazifische Inselentwicklungsstaaten durch Strategien und Allianzen etwa beim Thema Klimawandel Gehör verschaffen.

Bericht über die menschliche Entwicklung 2015

Arbeit und menschliche Entwicklung

Der neue "Bericht über die menschliche Entwicklung 2015" des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) beschreibt die positiven Entwicklungswirkungen von Arbeit. Er zeigt aber auch, dass diese voraussetzungsreich sind. Unter dem Titel "Arbeit für menschliche Entwicklung" fordert der Bericht angemessene Arbeitsbedingungen für alle und regt Regierungen an, auch den großen Bereich der Arbeit in den Blick zu nehmen, die außerhalb des Arbeitsmarktes stattfindet.

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung

UN-Basis-Informationen 52

"Niemand soll zurückgelassen werden." Dieses Versprechen prägt die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDGs), die alle UN-Mitgliedstaaten in der Zeit von 2016 bis 2030 verwirklichen wollen. Insgesamt 17 Ziele und 169 Zielvorgaben wurden in einem mehrjährigen Beratungsprozess formuliert. Wird es der Weltgemeinschaft gelingen, tatsächlich alle in den Prozess einer wirklich umfassenden nachhaltigen Entwicklung miteinzubeziehen?

Die Vereinten Nationen und Frauen

UN-Basis-Informationen 51

Durch Hartnäckigkeit gelang es den wenigen weiblichen Delegierten der Gründungskonferenz der Vereinten Nationen (UN), gleich an mehreren Stellen der UN-Charta das Gebot der Gleichstellung von Mann und Frau zu verankern. Das Engagement für die Sache der Frau erfolgte zunächst unter dem Aspekt der Verwirklichung der Menschenrechte. Seit den siebziger Jahren ist es Ziel, die Rolle der Frau in Entwicklungsprozessen zu stärken und ihre Beteiligung am politischen und sozialen Leben zu verbessern. Zur Jahrtausendwende geriet die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und eine stärkere Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen in den Fokus. Heute liegt das Augenmerk darauf, die Würde und Rechte der Frauen wirksam zu schützen und die tatsächliche Gleichberechtigung auf allen Ebenen zu erreichen.

Personalien

Dr. Lisa Heemann

Dr. Lisa Heemann ist seit Februar 2016 neue Generalsekretärin der DGVN. Nach dem Studium der Afrika- und Rechtswissenschaften arbeitete sie zunächst bei der Robert Bosch Stiftung im Bereich Völkerverständigung, bevor sie sich auf die Forschung zu Fragen von Recht in Afrika konzentrierte und ihre Promotion zu einem verfassungs- und völkerrechtlichen Thema abschloss.

Sylvia Schwab

Sylvia Schwab ist seit März 2016 als leitende Redakteurin für die Zeitschrift VEREINTE NATIONEN zuständig. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt der Friedens- und Konfliktforschung war sie einige Jahre bei Transparency International Deutschland e.V. als Referentin tätig.

Oliver Hasenkamp

Oliver Hasenkamp unterstützt das Generalsekretariat der DGVN seit Januar 2016 als Referent und ist insbesondere für die Projekte im Bereich Entwicklungs- und Klimapolitik zuständig. Er hat Politikwissenschaft studiert und zuletzt für eine ausländische Botschaft in Berlin gearbeitet. Außerdem ist er ehrenamtlicher Vorsitzender des Pazifik-Netzwerk e.V., das sich mit Inselentwicklungsstaaten im Pazifik-Raum befasst.

 
 

Impressum

Redaktion: Mirko Vossen, Oliver Hasenkamp

V.i.S.d.P.:  Lisa Heemann


Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN)

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