Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC)

Das Internationale Zentrum Wien ist seit über 30 Jahren einer der Sitze der Vereinten Nationen. Hier ist auch UNODC untergebracht. UN Photo/Mark Garten
Das Internationale Zentrum Wien ist seit über 30 Jahren einer der Sitze der Vereinten Nationen. Hier ist auch UNODC untergebracht. UN Photo/Mark Garten

Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) ist die wichtigste UN-Einrichtung im Bereich der  Bekämpfung  unerlaubter Drogen und transnationaler Verbrechen. Es untersteht der UN-Generalversammlung. Das Büro arbeitet auf drei Gebieten in erster Linie in unterstützender Funktion. Technische Kooperationsprojekte sollen helfen, die Kapazitäten der Mitgliedsstaaten bei der Bekämpfung von unerlaubten Drogen, Kriminalität und Terrorismus zu vergrößern. Hierzu zählen zum Beispiel die Labor- und Forensikdienste. Forschung und Analyse dienen der Vertiefung des Verständnisses im Bereich Drogen und Verbrechen. Dadurch soll die Beweisgrundlage für politische und operationale Entscheidungen verbessert werden. So publiziert UNODC zahlreiche Berichte zum Thema Drogen, Menschenhandel usw.. Staaten werden vor und während der Ratifizierung und Implementierung von internationalen Verträgen, nationalen Gesetzgebungen richtungsweisend unterstützt. Außerdem stellt UNODC das Sekretariat und die Entscheidungsgremien für die vertragsrechtlichen Gremien und Entscheidungsorganen.

Tätigkeitsbereiche

UNODC ist in zahlreichen Bereichen für die Vereinten Nationen tätig. Mit den drei genannten Strategien versucht es in folgenden Teilgebieten Fortschritte zu erzielen:

  • organisiertes Verbrechen und illegaler Handel: Das organisierte transnationale Schmuggeln von Menschen, Waffen, natürlichen Ressourcen oder gefälschten Waren gefährdet Stabilität und Sicherheit in vielen Ländern. Dazu zählen auch neue Verbrechensarten wie z.B. Cyberkriminalität, Schmuggel von Artefakten und Umweltverbrechen.
  • Korruption: UNODC arbeitet mit privaten und öffentlichen Einrichtungen, um Korruption zu bekämpfen und ihre Auswirkungen zu mildern. Ein wichtiges internationales Instrument ist das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption.
  • Kriminalitätsvorbeugung und Reform des Justizsystems: Ein gerechtes und effektives Justizsystem hilft, das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken. Teil davon sind vor allem die garantierten Rechte von Beschuldigten, Opfern und Tätern, die für gerechte Prozesse und Strafen sorgen. Dazu zählen u.a. Handbücher und Verhaltenskodizes und die sogenannten "Model-Gesetze".
  • Prävention von Drogenmissbrauch und Gesundheitsförderung: UNODC versucht, Menschen vom Gebrauch von Drogen abzubringen, bzw. Drogenkonsumenten durch Rehabilitations-Maßnahmen zu unterstützen. Außerdem sollen Regierungen dazu gebracht werden, Drogenkonsum als Gesundheitsproblem und nicht als Verbrechen zu behandeln.
  • Prävention von Terrorismus: Man versucht einen pragmatischeren Ansatz im Umgang mit Terrorismus zu finden. So soll langfristig ausgerichtete, angepasste Hilfe Organisationen bei der Untersuchung und richterlichen Verfolgung von terroristischen Taten helfen.

UNODC arbeitet weltweit. Das Büro betreibt zurzeit 54 Außenstellen, die für über 150 Länder zuständig sind.

Links: Ein Lehrer zeigt Kindern in Afghanistan, wie man ein Fahrrad repariert. Die Berufsausbildung ist Teil einer UNDOC-Strategie, die dem Drogenmissbrauch vorbeugen soll. UN Photo/Eskinder Debebe Rechts: Ein UN-Freiwilliger untersucht den Schädel eines
Oben: Ein Lehrer zeigt Kindern in Afghanistan, wie man ein Fahrrad repariert. Die Berufsausbildung ist Teil einer UNODC-Strategie, die dem Drogenmissbrauch vorbeugen soll. UN Photo/Eskinder Debebe; Unten: Ein UN-Freiwilliger untersucht den Schädel eines Mordopfers in Bogoro, DR Kongo. UN Photo/Martine Perret

Kritik an UNODC

Hauptkritikpunkt und Schwachstelle des Büros und seiner Tätigkeit ist die chronische Unterfinanzierung. Das Budget für die Jahre 2010 und 2011 betrug 468.3 Millionen US-Dollar. Davon kommen aber nur 42.6 Millionen US-Dollar aus dem regulären Budget der UN . Da ca. 90 Prozent der Mittel freiwillige Spenden sind, (Deutschland belegt derzeit Rang 9), ist die Organisation dauerhaft auf das Wohlwollen von Spendern angewiesen. Zusätzlich gehen die meisten Gelder in die Töpfe spezieller Operationen und stehen somit der Organisation nicht zur freien Verfügung. Prinzipiell können auch private Firmen und Privatpersonen die Arbeit von UNODC fördern. UNODC versucht das Problem zu entschärfen, indem es mitunter Entlohnung für spezielle Operationen verlangt.

Außerdem kommt oft der Vorwurf, dass man im Büro weitestgehend nach den Vorstellungen von Großspendern wie Australien, Kanada oder Schweden vorgeht. In die Kritik geriet vor allem eine restriktive Drogenpolitik, die Drogen nicht als soziales, sondern als kriminelles Problem wahrnimmt. Laut eigenen Angaben hat UNODC bereits vor einiger Zeit einen Kurswechsel vollzogen.

Publikationen und Kampagnen

Zahlreiche Publikationen werden jährlich von UNODC zu den verschiedensten Themengebieten herausgegeben.

Weltdrogenreport (englisch)

Weltbericht über den Menschenhandel (englisch)

Bedrohungserfassung grenzüberschreitender organisierter Kriminalität in verschiedenen geographischen Gebieten und Themen (englisch)

Außerdem werden zahlreiche Statistiken zu den Themen Kriminalität, Korruption und Drogenanbau, -schmuggel, und -konsum angeboten.

Diese kurze Liste bietet lediglich einen Überblick, weitere Veröffentlichungen finden Sie hier.

UNODC unterstützt verschiedene Kampagnen, den sogenannte "Weltdrogentag", den Internationalen Tag gegen die Korruption, den Welt-Aids-Tag und die Kampagne gegen Menschenhandel.

Links und Hinweise

Auswärtiges Amt: Terrorismus und organisierte Kriminalität

Deutsche Botschaft in Wien: UNODC

Transparency Deutschland: Korruptionsbekämpfung

Humantrafficking.org: Menschenhandel

GAATW: Handel mit Frauen

Außerdem verwaltet das Büro eine Datenbank an NGOs, die sich mit ähnlichen Themen befassen wie die UN-Organisation.