UN-Bericht warnt vor dramatischem Artenverlust

Mai 2010. Die Welt hat versagt, die anhaltende Verlustrate bis 2010 signifikant zu reduzieren. Dies bestätigt die dritte Ausgabe des im Mai erschienenen Global Biodiversity Outlook (GBO-3), der vom Sekretariat des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity-CBD) erstellt wurde. Weltweit sind Ökosysteme in Gefahr, in kürzester Zeit für immer zerstört zu werden, wenn nicht jetzt und mit aller Konsequenz gehandelt wird, meint der Bericht.

Am rasantesten verschlechtert sich der Zustand der Korallenriffe, denen unter anderem höhere Wassertemperaturen und die Versauerung der Meere zuschaffen machen, so der Bericht. Von allen Tieren seien die Amphibien am stärksten bedroht. Zudem stünden ein Viertel aller Pflanzenarten vor dem Aussterben, die Zahl der Wirbeltiere sei um Fast ein Drittel zurückgegangen.

Schwerwiegende Folgen für die Menschheit

Der Bericht weist auf das Risiko hin, dass bei dramatischer Abnahme der biologischen Vielfalt, deren Nutzen für die Menschheit verloren zu gehen droht. Die Belastung von Ökosystemen kann einen bestimmten Punkt überschreiten, an dem diese zu kippen drohen (sog. "tipping points") und eine Wiederherstellung kaum oder gar nicht mehr möglich ist. Der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon warnt in einem Grußwort: „Die Folgen dieses kollektiven Versagens, wenn nicht schnellstmöglich gegengesteuert wird, werden für uns alle schwerwiegend sein."

Der Bericht dient als Grundlage, wenn sich Staats- und Regierungschefs am 22. September zu einem besonderen Ministersegment der Generalversammlung der Vereinten Nationen treffen werden. Die Schlussfolgerungen des Berichtes werden darüber hinaus bei den Verhandlungen während des Biodiversitätsgipfels im Oktober 2010 in Nagoya, Japan, eine zentrale Rolle spielen.

> Deutsche Zusammenfassung des Berichts unter www.bmu.de/45972

> Presseinformation des Sekretariats des Übereinkommens über die biologische Vielfalt