Internationales Jahr der Genossenschaften 2012

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen. Die Generalversammlung begründete ihren Beschluss in Resolution 64/136 damit, dass „Genossenschaften in ihren verschiedenen Formen die breitestmögliche Mitwirkung aller Menschen an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung fördern, zu einem wichtigen Faktor dieser Entwicklung werden und zur Beseitigung der Armut beitragen“. Genossenschaften würden außerdem einen wichtigen Beitrag zum Erreichen internationaler Ziele im Bereich des Siedlungs- und Wohnungswesen, der Förderung von Frauen, der Nahrungsmittelversorgung oder des nachhaltigen Wirtschaftens leisten. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon unterstrich ebenfalls die Bedeutung von Genossenschaften und wies darauf hin, dass Genossenschaften es möglich machen, zugleich nachhaltig zu wirtschaften und sozial verantwortlich zu handeln.

Das Modell der Genossenschaft blickt bereits auf eine 150jährige Geschichte zurück, in deren Verlauf es sich von seinen Anfängen in Deutschland, z.B. im deutschen Raiffeisenverband, zu einem global verbreiteten Geschäftsmodell entwickelt hat, welches in den verschiedensten Märkten etabliert ist und dem Unternehmen von sehr verschiedener Größe und Struktur zugrunde liegen. Weltweit sind 800 Millionen Menschen in über 100 Ländern in Genossenschaften organisiert. Die grundlegende Idee der Genossenschaft, auf der alle Genossenschaften bei ihrer sonstigen Verschiedenheit basieren, ist das sogenannte Identitätsprinzip, nach dem die Mitglieder zugleich Eigentümer und Kunden ihrer Genossenschaft sind. Genossenschaften haben als Ziel die wirtschaftliche Förderung ihrer Mitglieder und verwalten sich auf demokratische Weise selbst. 

Ziel des Internationalen Jahres der Genossenschaften ist die Förderung des genossenschaftlichen Modells in der Welt und die Erzeugung von Aufmerksamkeit für ihre bedeutende Rolle in der nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Zu diesem Zweck werden die Staaten zu einer Reihe von Maßnahmen aufgefordert: So sollen sie eine Gesetzeslage schaffen, die Genossenschaften die gleichen Ausgangsbedingungen wie anderen Wirtschafts- und Sozialunternehmen garantiert. Staaten sollen die Möglichkeiten des Genossenschaftsmodells zur Erreichung einer sozialen Entwicklung besser nutzen, die Einrichtung und den Aufbau von Genossenschaften unterstützen und erleichtern sowie die Vorteile des Modells einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln. Sie werden außerdem gebeten, Programme zum Kapazitätsaufbau in Genossenschaften zu erarbeiten sowie landwirtschaftliche und Finanzgenossenschaften besonders zu fördern.

Zuständig für die Koordination und Durchführung des Internationalen Jahres ist der Ausschuss für die Förderung des Genossenschaftswesens (Committee for the Promotion and Advancement of Cooperatives, COPAC) in Zusammenarbeit mit der Abteilung Sozialpolitik und Entwicklung, die zur Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten des UN-Sekretariats gehört und die internationale Website des Genossenschaftsjahres betreibt. In Deutschland koordiniert der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) die Aktivitäten zum Internationalen Jahr der Genossenschaften und betreibt dazu eine eigene deutsche Website.

Logo des Internationalen Genossenschaftsjahres

Themenseite des Dt. Genossenschaftsverbands

Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung des Internationalen Jahres der Genossenschaften 2012 (Foto: genossenschaften.de)